Wolmirstedt. Bei diesen Schneemengen fahren die Radfahrer des SV Kali Wolmirstedt natürlich keine Touren, ansonsten aber sind sie bei jedem Wetter unterwegs. Allein im Jahre 2010 schwangen sie sich 77 mal auf den Sattel, begleiteten 23 Fahrradturniere und Trainingsveranstaltungen zur Sicherheit im Straßenverkehr.

Für so heftiges Engagement wurden sie vom Bund Deutscher Radfahrer geehrt. "Wir erreichten den dritten Platz im Vereinsradwandern und bekamen dafür eine Urkunde und einen Pokal", verkündete Hermann Grimm, Abteilungsleiter für Radsport beim SV Kali Wolmirstedt. Damit kamen die hiesigen Radwanderer zum dritten Mal in Folge unter die drei Erstplatzierten, im vergangenen Jahr landeten sie sogar auf dem Siegertreppchen.

Jeden Sonntag starten die Radfahrer ab 10 Uhr vom Fahrradgeschäft Bremer, jeden Donnerstag um 13 Uhr ab Barleben zu Touren in die Umgebung. "Unser Mitgliederstand bleibt stabil, aber die gemeinsamen Ausfahrten werden kürzer", weiß Grimm, "der steigende Alterdurchschnitt macht sich bemerkbar."

"Mitgliederstand stabil, aber steigender Altersdurchschnitt macht sich bemerkbar"

Zwanzig Mitglieder gehören zum Verein. Die rasten weder, noch rosten sie, selbst dann nicht, wenn Schneeberge das Fahrrad bremsen.

Bei unsicheren Straßenverhältnissen bleiben zwar die Drahtesel in der Garage, aber die Mitglieder machen sich zu Fuß auf den Weg in die Natur. "Wir blicken auf zwölf Fußwanderungen im Jahr 2010 zurück", resümiert Hermann Grimm. In regelmäßigen Abständen treffen sich die Sportfreunde außerdem beim Kegeln.

Die Radsportler schmoren nicht nur im eigenen Saft. "Am 4. September unterstützten wir den Kreissportbund Börde anlässlich des Frauensportaktionstages und führten an diesem Tag mehrere Radtouren durch", erinnert Grimm und blickt auf ein anderes Ereignis zurück: "Die freudige Freigabe des neuen Radweges in der Rogätzer Straße hatten unsere Mitglieder mit ihrer Anwesenheit und dem Fahrrad unterstützt."

Nach diesem erfolgreichen Jahr haben sich die eifrigen Radsportler um das Ehepaar Hermann und Friedel Grimm ein leckeres Abendessen im "Kicker" verdient. Träge Verdauungszeiten sind danach allerdings nicht vorgesehen. "Wir werden nachher noch kegeln", schmunzelt Grimm in sportlicher Vorfreude.