Von Klaus Dalichow

Barleben. "Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war. Auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger..."

Mit diesen Sätzen beginnt ein weltberühmter Text. Er stammt aus der Feder des Evangelisten Lukas und beschreibt im Neuen Testament die Geburt Jesu. Bekanntlich wird das frisch geborene Kind gewindelt und in Ermangelung einer Herberge in eine Futterkrippe gelegt. Daher rührt der Brauch des Krippenspiels. Wenn in der Kirche St. Peter & Paul in Barleben die Weihnachtsgeschichte von Laiendarstellern in Szene gesetzt wurde, war sie stets bis auf den letzten Platz gefüllt. Zum dritten Mal hintereinander wird das nicht so sein. Die restaurierungsbedürftige Gotteshaus schließt die Durchführung eines Krippenspiels aus. Not macht erfinderisch. Es entstand der Gedanke, die Weihnachtsbotschaft per Pedes durch Barleben zu tragen. Schließlich waren Maria und Joseph auch auf Wanderschaft. So wird am Heiligen Abend ab 18.30 Uhr wieder dazu eingeladen, vom Pfarrhaus zum Mittellandhof zu pilgern. Dort wird die Weihnachtsgeschichte vorgetragen und unter Posaunenklang Andacht gehalten. Zeitgleich setzen sich die katholischen Gläubigen von ihrer Kapelle am Breiteweg aus in Bewegung. Die Andacht wird eine ökumenische sein.