Bei bestem Wetter präsentierte sich die Schlossdomäne in Groß Ammensleben ihren Besuchern am Tag des offenen Denkmals. Zahlreiche Interessierte ließen sich dabei über das Gelände und durch die ehemalige Klosterkirche führen.

Groß Ammensleben. Einen Ausflug in die Geschichte der ehemaligen Klosteranlage in Groß Ammensleben konnten Besucher während des gestrigen Tages des offenen Denkmals unternehmen. Das Gelände der Schlossdomäne, günstig gelegen an der "Straße der Romanik", lockte zahlreiche Besucher zu einem Besuch.

Bärbel Fütterer vom Informationszentrum führte die Gäste über das Gelände und hatte manche Information über das Bauwerk parat. Die Geschichte der Kirche geht zurück bis ins 12. Jahrhundert. Durch die Umwandlung einer geistlichen Stiftung der Grafen von Grieben in ein Kloster kamen im Jahr 1129 die ersten Benediktiner nach Groß Ammensleben. Viele geschichtliche Wirren habe das Bauwerk überstehen müssen. Mitte des 17. Jahrhunderts sorgte der damalige Landesherr zudem dafür, dass das Langhaus der Kirche auch für evangelische Gottesdienste offenstand.

Erst die politischen Ereignisse der Napoleonischen Zeit führten zur Aufhebung des Klosters am 2. Oktober 1804. Danach sei die Abteikirche zur katholischen Pfarrkirche geworden. Nach 1949 begann ein ganz neuer Zeitabschnitt für das Gelände. Die Kirche ging ins Volkseigentum über und wurde weiterhin als Gottesdienstraum beider Kirchengemeinden genutzt und gepflegt.

In einem Anbau war danach auch die Groß Ammensleber Schule untergebracht. "Dort bin ich selbst noch unterrichtet worden", erzählte Fütterer während des Rundganges. Eine große Tragödie war ein Wirbelsturm, der das Dach der Kirche umwarf. Allerdings habe der liebe Gott seine schützenden Hände über die Schüler gehalten, denn der Turm fiel nicht auf das Schulhaus. Später wurde der Turm auch mit Mitteln der braunschweigischen Kirche wieder aufgebaut.

Im Jahre 2000 erfolgt die Rückgabe in das Eigentum der katholischen Kirche. Seit 1993 gehört die ehemalige Klosterkirche zur "Straße der Romanik" und seit 2006 zur "Europäischen Kulturstraße". Die Besucher durften auch einen Blick in die Kirche werfen, wo sie von Letvina Hahn vom Förderverein der Klosterkirche empfangen wurden. Seit geraumer Zeit gibt es zwei Fördervereine, die in der Klosterkirche wirken. Einer kümmert sich um die musikalische Gestaltung, der andere um die Sanierung der Kirche, die auf diese Weise vorangetrieben werden soll. Die Besucher durften an diesem Tag einen Blick in den Altarbereich mit der historischen Orgel werfen. Hinter deren Rokoko-Prospekt aus dem Jahre 1769 sich im Wesentlichen eine Arbeit des Haldensleber Orgelbaumeisters Hülle aus dem Jahre 1911 verbirgt. Hahn machte deutlich, dass die Kirche eine sehr gute Akustik habe. Am späten Nachmittag konnten sich die Besucher während des fast traditionellen Konzerts des Magdeburger Rossini-Quartetts selbst von diesem guten Raumklang überzeugen

Zuvor konnten sich die Gäste mit Kaffee und Kuchen im Klostergarten auf das Konzert einstimmen.