Die Mitglieder der Barleber Kirchengemeinde lassen sich nicht aufhalten. Weder im Kampf um Spenden und Fördermittel zur Sanierung ihrer Kirche St. Peter und Paul, noch von stürmischem Schneeregen, wenn der Pfarrer an Heiligabend zum gemeinsamen Pilgern geladen hat.

Barleben. Die Stimmung am Pfarrhaus neben St. Peter und Paul war an Heiligabend durchweg positiv. Wer sich unter den Mützen und Kapuzen erkannte, der grüßte sich herzlich und wünschte ein frohes Fest.

Auch Pfarrer Johannes Könitz hatte sich durch den Schnee zu seiner Kirche begeben, wo schon gut 80 Gemeindemitglieder auf ihn warteten. Angeführt vom Licht, das die Barleber an jedem der Adventssonntage zu einem geschmückten Fenster geleitet hatte, und den jungen Darstellern des Krippenspiels, ging es dann flotten Schrittes in Richtung Breiteweg. Vor dem Eingang zur Mittellandhalle traf man auf die Pilger der katholischen Gemeinde mit ihrem Pfarrer Willi Kraning.

Gemeinsam betrat man den erleuchteten Innenhof, wo schon der Posaunenchor – geschützt unter einem Vordach – Aufstellung genommen hatte und Weihnachtslieder zum Besten gab.

Über 150 Menschen standen im Halbkreis um einen Schneehügel herum, der als Bühne für das Krippenspiel dienen sollte. "Wir sind heute aufgrund des Wetters auf den Ursprung reduziert, auf Stimme ohne technische Verstärkung", so Könitz, der vor Ort nicht nur die Christen, sondern auch die Anhänger anderer Religionsformen und "die paar Atheisten, die wir in Barleben auch haben" herzlich begrüßte.

Das Krippenspiel, das von den Mitgliedern der jungen Gemeinde aufgeführt wurde, war nicht die bekannte Version von Jesu Geburt, sondern stammte aus der Feder einer jungen Barleberin.

Schauspieler stammen aus Junger Gemeinde

Nora Otto hatte das kurze Spiel geschrieben und wollte eigentlich auch eine Rolle übernehmen. Weil sie aber krank geworden war, konnte sie nur zuschauen, wie ihre Ideen auf dem Schneehügel umgesetzt werden.

Josef und Maria laufen durch die Nacht. Und die Mutter Gottes zweifelt, ob beide das mit dem Kind schaffen. Haben sie doch weder Geld noch ein Dach über dem Kopf. Als sie sich nachts zur Ruhe betten, hat Maria einen Traum. Ihr Sohn wird geboren, aber kurz danach aus der Wiege geraubt.

Die Heiligen Drei Könige erscheinen und wollen eigentlich ihre Gaben zur Geburt überreichen, helfen aber stattdessen, das Kind zu suchen. Erleichterung macht sich breit, als man Jesus findet und seiner Mutter übergeben kann.

Der "Entführer" stand dabei sinnbildlich für die Ängste und die Hoffnungslosigkeit von Maria, der durch den Traum bewusst wurde, dass viele Menschen ihnen helfen werden und sie das mit dem Kind trotz aller Schwierigkeiten schon hinbekommen werden.

Die Stimmung und die Ergriffenheit unter den Anwesenden sorgte dafür, dass niemand fror und alle bei den Weihnachtsliedern fleißig einstimmten, bevor die beiden Pfarrer ihre Gebete sprachen und die Gläubigen für ein paar Stunden in die gute Stube nach Hause entließen.

Denn gegen 23 Uhr waren sie schon wieder in die Kirche St. Peter und Paul geladen, wo nach Aussage von Johannes Könitz bei der Christvesper vom Chor "wunderschöne neue Weihnachtslieder" erklingen sollten.

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