Pfirsichköpfchen, Königssittiche, Edelpapageien, Gebirgsloris, Rosakakadus … Gut 50 verschiedene Arten exotischer Vögel präsentierten die Mitglieder des Vereins "Kanarien und Exoten Zerbst 1923 e.V." am Wochenende in Walternienburg. Rund 600 Besucher waren der Lohn für die Zuchtfreunde, die wieder viel Arbeit und Freizeit in ihre alljährliche Schau gesteckt hatten.

Walternienburg. Schimpfende Sonnensittiche, schmusende Rosenköpfchen und lebhafte Mohrenkopfpapageien bevölkern am Wochenende das Walternienburger "Volkshaus". Im Saal der Gaststätte reiht sich Voliere an Voliere. Jede ist herbstlich mit Kürbissen, Beeren, Moos und bunten Laubblättern ausgestaltet. "Es ist alles so schön ausgeschmückt", äußert sich Kristin Schulze beeindruckt von der Ausstellung. Die Loburgerin hat es zum ersten Mal in die Exotenschau der Zerbster Sparte gelockt. "Der Graupapagei ist sogar handzahm", bemerkt sie mit leuchteten Augen. Sohn Philipp ist nicht weniger von den sprechbegabten Vögeln begeistert. Aber auch die grazilen Edelpapageien haben es Beiden angetan.

Unterdessen nimmt Christine Schäfer vorsichtig Kontakt zu den Rosakakadus auf. Zusammen mit ihrem Mann Manfred ist sie aus Bad Salzelmen angereist. "Die Schau gefällt uns gut", verrät sie lächelnd, dass sie selbst Vögel halten. Kanarien. Mövchen, Diamanttäubchen, Amadinen und verschiedene andere Finkenarten züchten sie daheim. "Wir sind immer auf Ausstellungen", erzählt Christine Schäfer. Der Besuch der alljährlichen Schau des Zerbster Kanarien- und Exotenvereins gehört da längst dazu.

Auch bei vielen anderen steht der Termin fest im Kalender. Zahlreiche Stammgäste kann Klaus Brösicke wieder unter den rund 600 Besuchern begrüßen. Mit der Resonanz ist der Vereinsvorsitzende sehr zufrieden. "Wir fühlen uns voll bestätigt", freut er sich über das stetige Kommen und Gehen. Letztlich ist genau dieser enorme Zuspruch der Lohn für all die Arbeit und Freizeit, die die Zuchtfreunde in die Vorbereitung der Veranstaltung gesteckt haben.

Eine Woche lang waren sie jeden Abend mehrere Stunden mit der Herrichtung der Ausstellung beschäftigt. Gemeinsam bauten sie die gut 50 Volieren und Käfige auf, bevor sie die Vogelunterkünfte liebevoll dekorierten. Um diese besser auszuleuchten, investierten sie spontan in Neon-Röhren, die ebenfalls installiert sein wollten. Um das alles ehrenamtlich umzusetzen, bedarf es engagierter Leute.

Klaus Brösicke berichtet da von einem festen Team, das stets tatkräftig und mit viel Herzblut anpackt. "So macht das Spaß", betont der Vereinsvorsitzende. Er nutzt die Gelegenheit, um sich bei sämtlichen aktiv Mitwirkenden zu bedanken, die zum erneuten Gelingen der Exotenschau beigetragen haben. Dabei bezieht er ebenfalls diejenigen mit ein, die die beliebte Verlosung organisierten, den traditionellen Vogelverkauf übernahmen oder geduldig an der Kasse saßen.

Einige der Vereinsmitglieder haben sich unter die Besucher gemischt. In Gespräche vertieft beantworten sie Fragen zu den einzelnen Vogelarten, ihrer Haltung und den Eigenarten. "Südamerikaner sind sehr laut", ist da beispielsweise zu erfahren, dass die so hübsch anzuschauenden Gelbseitensittiche gehörig Lärm machen können.

Rund 50 verschiedene Arten exotischer Vögel präsentieren die Zuchtfreunde. Wie immer gibt es einige Premieren. "Weißkopfpapageien hatten wir noch nie", weist Klaus Brösicke auf die ruhigen Gesellen. Auch die grünen Hahns Zwergaras zählen dazu. In dem Zusammenhang wirbt der Vereinsvorsitzende für Verständnis, dass keine großen Aras oder Kakadus gezeigt werden. "Diese Vögel sind zu sensibel. Das wäre zu stressig für die Tiere."

Klaus Brösicke lässt ebenfalls nicht unerwähnt, dass der Verein kürzlich Zuwachs verzeichnen konnte. Aus Buhlendorf und Pulspforde kommen die zwei neuen Zuchtfreunde. Damit hat die Sparte aktuell insgesamt 24 Mitglieder. Zu Hause sind sie nicht nur im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, sondern auch im Jerichower Land und im Salzlandkreis. Kommendes Wochenende fährt ein Teil von ihnen gemeinsam nach Leipzig-Markkleeberg zur Bundesausstellung der Vereinigung für Zucht und Erhaltung einheimischer und fremdländischer Vögel. Diesmal allerdings nur zum gucken. "Im nächsten Jahr wollen wir mitmachen", sagt Klaus Brösicke.

 

Bilder