Das dritte Adventswochenende steht bereits vor der Tür. Und traditionell wurde gestern in Zerbst der Weihnachtsmarkt eröffnet. In der heimeligen Kulisse von St. Nicolai ließen sich die ersten Besucher den Glühwein schmecken und taten Gutes damit.

Zerbst. Ein paar Minuten hatte sich der Weihnachtsmann verspätet – aber kurz nach 16 Uhr betrat er gestern Nachmittag gemeinsam mit dem Zerbster Bürgermeister Helmut Behrendt die Bühne, um den Weihnachtsmarkt in der Kirchruine St. Nicolai zu eröffnen.

Viele Freiwillige und ortsansässige Firmen hatten ihr Möglichstes getan, um wieder in den historischen Mauern ein lauschiges Plätzchen für den Markt, der bis Sonntag geöffnet ist, herzurichten. "Zum achten Mal sind wir hier und ich denke, wir haben hier den richtigen Standort gefunden, der dem Zerbster Weihnachtsmarkt gerecht wird und über die Stadtgrenzen hinaus Besucher anzieht", befand Bürgermeister Behrendt. Er selbst freue sich auf eine leckere Bratwurst, teilte er den Besuchern mit, die gestern Nachmittag den Weg zu St. Nicolai gefunden hatten.

Der Kinderchor der Grundschule "An der Stadtmauer" begrüßte die Zerbster mit weihnachtlichen Liedern und Gedichten. Die einsetzende Dunkelheit gab dem Markt die typische Weihnachtsstimmung, die durch den frischen Schnee noch untermalt wurde.

Um in richtige Stimmung zu kommen, hilft manchmal auch ein Glühwein. Wenn der Genuss desselben auch einen guten Zweck hat, umso besser. Darum verkaufen die 30 Mitglieder des Zerbster Rotary Clubs in diesem Jahr zum wiederholten Mal ihre Heißgetränke für die gute Sache. In den vergangenen drei Jahren kamen die Erlöse, die zwischen 2500 und 3000 Euro lagen, insgesamt 35 Zerbster Familien zu Gute. "Auch dieses Jahr wollen wir wieder zwölf sozial benachteiligten Familien helfen", erklärte gestern der aktuelle Präsident des Rotary Clubs, Dietrich Landmann, gegenüber der Volksstimme.

Auf Vorschlag der Sozialdienste der Stadt, der Diakonie und des Kinderarztes Andreas Köhler wurden Bedürftige ausgesucht. "Es handelt sich dabei um kinderreiche Familien oder Familien mit Migrationshintergrund, die manchmal nur die Koffer haben, mit denen sie herkamen", erklärt Landmann. Nach dem Weihnachtsmarkt, wenn klar ist, wie viel Geld zur Verfügung steht, können die Familien Notwendiges kaufen, dessen Kosten nach Rechnung von den Rotariern übernommen werden. Auch der Lions Club und die Zerbster Tafel sind für den guten Zweck mit eigenen Ständen auf dem Markt vertreten.

 

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