Das traditionelle Abfischen am Deetzer Teich erwies sich am Sonnabend wieder als Besuchermagnet. Leute aus nah und fern verfolgten das Spektakel, wie die Fische aus dem Fangbecken geholt wurden und deckten ihren Bedarf für zu Hause. Beim Bauernmarkt waren zudem die verschiedensten Produkte direkt vom Erzeuger im Angebot.

Deetz. Ausnahmezustand am Sonnabend in Deetz. Parken war Glückssache – alle wollten zum Abfischen. Das alljährliche Spektakel am Deetzer Teich lockte wieder zahlreiche Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung an. Von besonderem Interesse ist dann immer, was sich im Fangbecken abspielt. Hier hinein fließt der Hauptgraben vom Teich und dem folgen die Fische. Seit September wurde das Wasser des Deetzer Teiches nach und nach abgelassen. Das Fangbecken ist Endstation für die Fische.

Da hinein stiegen die mutigen Männer in ihren Wathosen, die bis unter die Achselhöhlen reichen, am Sonnabend, um das Netz durchzuziehen –Knochenarbeit für die ehrenamtlichen Helfer in der dunklen "Brühe". Schritt für Schritt kämpften sich die Männer mit dem Netz über die gesamte Breite des Beckens vorwärts. Dichter wurden die Bewegungen im Wasser und die Flossen, die aus dem Wasser hervorguckten. Nach und nach wurde der "Sack" zugemacht.

Hechte, Karpfen, Schleie und Co. zappelten zwischen den Männern umher. Wer von den Schaulustigen wollte wohl gerne tauschen, um mitten zwischen den Fischen im Schlamm zu stehen? Alle schauten dem Geschehen fasziniert zu, doch die Männer im Wasser schienen sogar noch ihren Spaß zu haben.

Der "normale Fisch" hatte keine Chance zu entkommen. Den großen Exemplaren ging es besser. Die wurden auf den Arm genommen und auf der anderen Seite des Netzes wieder ausgesetzt. Die waren nicht zum Verkauf bestimmt. Sie bleiben im Teich, werden für die Zucht oder das Sauberhalten des Gewässers gebraucht. Da sind 30 bis 40 Kilogramm schwere Marmorkarpfen im Teich, erklärte Alexander Thiele, der zu den vielen freiwilligen Helfern beim Abfischen gehörte. Gern hielt er am Sortiertisch den neugierigen Kindern einen Spiegelkarpfen hin, den sie auch mal anfassen durften. Seit acht Jahren ist er schon mit von der Partie, wenn es darum geht, die Fische aus dem Deetzer Teich zu holen.

Einer der in diesem Jahr das erste Mal dabei war, ist Alexander Zisch, der über Angelfreunde dazu kam. Gemeinsam mit Michael Bendler, der das zweite Mal dabei war, holte er die vorsortierten Fische am dichtumlagerten Verkaufsstand der Teichwirtschaft aus dem kleinen Staubecken. "Das macht einfach Spaß", waren sich die beiden über ihren Job beim Abfischen einig. "Wenn große Jungs spielen…", so Bendler, der für die Besucher bereitwillig auch mal einen "Monsterkarpfen" für‘s Foto aus dem Wasser hob.

Was beim Abfischen nicht verkauft wird, kommt in ein Sammelbecken und steht in der nächsten Zeit noch zum Verkauf. Was dann nicht weg geht, kommt zurück ins Fangbecken, erläuterte Alexander Thiele, was mit den Fischen passiert. Um kommt nichts. Selbst die Mini-Fische, die tot an der Wasseroberfläche treiben, werden abgefischt und als Futter zum Storchenhof gebracht.

Wer frischen Fisch in seiner Tüte hatte, der konnte sich beim Bauernmarkt noch mit vielen anderen frischen Produkten – von der Wurst bis zum Brot – eindecken. Für das leibliche Wohl war vielfältigst und bestens den ganzen Tag über gesorgt. Abwechslung fanden auch die Kinder beim Schminken oder Ponyreiten.

   

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