Lange haben die Reudener darauf gewartet. Nun ist es endlich soweit. Die Landesstraße (L) 57 im Ort wird ausgebaut. Zunächst gilt das Augenmerk der Erneuerung des Regenwasserkanals. Danach werden Fahrbahn und Seitenbereiche in Angriff genommen. Die Fertigstellung der Maßnahme zieht sich voraussichtlich bis in den Juni 2011 hinein. Abhängig ist das von der Witterung.

Reuden. Seit Mitte Oktober laufen die Arbeiten zum lange herbeigesehnten grundhaften Ausbau der L 57. Im südlichen Teil der Dorfstraße sind inzwischen schon die ersten 300 Meter des Regenwasserkanals erneuert. Die Niederschläge aus diesem Bereich werden fortan aus dem Ort hinaus in ein Versickerungsbecken gelenkt, das zunächst in Angriff genommen wurde und bereits fertiggestellt ist. Es befindet sich oberhalb des direkt hinter Reuden nach Norden hin abzweigenden Feldweges.

Heute brechen die Bagger des beauftragten Straßen- und Tiefbauunternehmens Zetieba aus Zerbst die Fahrbahn in diesem ersten Bauabschnitt komplett auf. Die alte Kopfsteinpflasterstraße, die nur mal mit einer dünnen Asphaltschicht überzogen wurde, wird bald der Vergangenheit abgehören.

Zwischen dem Ortseingang aus Richtung Dobritz bis hin zur innerörtlichen Bundesstraße 246 erhält die Dorfstraße auf einer Länge von rund 700 Metern eine 6,50 Meter breite Fahrbahn. Die 55 Zentimeter starke Straße bekommt beidseitig eine Gosse. Außer beispielsweise an Auffahrten, wo Rundborde zum Einsatz kommen, werden Hochborde gesetzt.

Daneben ist vorgesehen, parallel zur Fahrbahn 21 Parkplätze in Betonsteinpflaster zu befestigen. Auf dem Randstreifen werden Frühlingsblüher eingebracht und neuer Rasen angesät. Zudem beinhaltet die Maßnahme, dass die Einmündungen der Nedlitzer Straße und des Grimmer Weges in die Dorfstraße mitgemacht werden.

Bei dem Projekt handelt es sich um eine Gemeinschaftsbaumaßnahme, deren Gesamtkosten mit 667 000 Euro kalkuliert sind. Fast 75 Prozent der Summe trägt das Land, das für die Fahrbahn samt Borden verantwortlich ist. Unterdessen gehören das Anlegen der Park-nischen, die Gestaltung der Grünflächen und die Anpassung der Zufahrten zu den Investitionen, an denen die Grundstückseigentümer von Reuden später finanziell beteiligt werden.

Wie auf der Einwohnerversammlung im Juli zu erfahren war, beläuft sich der beitragsfähiger Aufwand nach einer ersten, vorläufigen Schätzung auf rund 124 000 Euro. Abzüglich des Gemeindeanteils von knapp 52 Prozent und der bewilligten Fördermittel blieben 30 000 bis 35 000 Euro, die auf die Bürger umgelegt werden würden. Das wäre ein Beitragssatz von ungefähr zehn Cent pro Quadratmeter.

Zusätzliche Kosten kommen auf denjenigen zu, der mehr als eine Zufahrt an die Dorfstraße angebunden haben möchte. Nur eine ist unentgeltlich, jede weitere muss bezahlt werden. Kostenpflichtig ist ebenfalls der Anschluss an den Regenwasserkanal. Sobald dieser erneuert ist, erfolgt der Straßenbau, der mit der Gestaltung der Seitenbereiche einhergeht.

Für die Dauer der Baumaßnahme bleibt Reuden für den Durchgangsverkehr voll gesperrt. Eine Umleitung ist ausgeschildert. Wann genau mit Fertigstellung der L 57 zu rechnen ist, ist noch offen und nicht zuletzt davon abhängig, wie der kommende Winter ausfällt.

Der Freigabe der Dorfstraße sieht der Reudener Ortsbürgermeister Elard Schmidt mit gemischten Gefühlen entgegen. Natürlich freut er sich, dass die Straße nun endlich ausgebaut wird. Zugleich befürchtet er, dass sich die Ortsdurchfahrt zu einer Rennstrecke entwickelt. Er hätte sich gewünscht, dass der Landesbetrieb Bau bei der Projektplanung bezüglich der Schaffung irgendeiner Verkehrsberuhigung mit sich hätte reden lassen.