Vor drei Jahren hatte Thomas Meyer, damaliger Pfarrer der Gemeinde St. Nicolai und St. Trinitatis, eine Idee. Bis zum 500. Jahrestag von Luthers Thesenanschlag in Wittenberg 1517 sollen in Zerbst jedes Jahr 95 Bäume gepflanzt werden. Dies klappte nicht, dafür scheint die zweite Idee des Pfarrers bisher aufzugehen.

Zerbst. Da 2007 keine 95 Bäume gespendet wurden, schlug Thomas Meyer einen Plan B vor. In jedem Jahr sollen doppelt so viele Bäume gepflanzt werden. 2007 begann das Projekt mit einem Lutherbaum vor der Trinitatiskirche. 2008 war es ein zweiter Baum vor der Kirche und ein weiterer Baum in der Lutherpromenade. Im vergangenen Jahr waren es vier und in diesem Jahr acht. Plus einem.

"Eigentlich sollten es acht Bäume sein, die in diesem Jahr durch Privatpersonen oder Unternehmen gespendet werden", erklärt Ute Schilling, Sachbearbeiterin für Grünflächen der Stadt Zerbst, die 2007 damit beauftragt wurde, Pflanzstellen für die Bäume zu finden. So kamen in diesem Jahr tatsächlich die nötigen acht Bäume zusammen. "Doch dann meldete sich noch eine Spenderin, die nicht bis 2011 warten wollte", erinnert sich Schilling. Also hat man kurzfristig einen neunten Baum gepflanzt. "Der zählt dann aber schon fürs nächste Jahr."

Ein Blick in die Zukunft macht jedoch das engagierte Vorhaben erst deutlich. 2013 müssten schon 64 Bäume, 2015 256 und 2017, dem Jubiläumsjahr, 1024 Bäume in Zerbst gepflanzt werden, um das Vorhaben zu vervollständigen. "Das ist eine ganze Menge", ist sich Ute Schilling bewußt. Bisher fand ein Großteil der Bäume einen Standplatz in der Luther-Promenade. Dort sind stets Linden mit einer bestimmten Größe gepflanzt worden, deren Preis zwischen 85 und 100 Euro pro Stück schwankt. "Außerdem tragen die Bäume seit vergangenem Jahr ein Schild, das den Namen der Spender trägt", so Schilling. Die Kosten der Schilder tragen die Spender.

Für die kommenden Jahre kann sich Ute Schilling jedoch vorstellen, dass die Bäume auch in den Ortsteilen der Stadt gepflanzt werden – auf öffentlichem Terrain. "Dann müssten es auch nicht Linden sein, sondern kleinere, günstigere Bäume wären auch möglich." Im mangelnden Platz sieht die Sachbearbeiterin nicht das Problem, vielmehr sei die Sponsorensuche ab einem gewissen Punkt schwierig und "die Bäume müssen auch gepflegt und gepflanzt werden", so Schilling. Bisher pflanzt der Bau- und Wirtschaftshof die Lutherbäume, doch bei 256 Stück ist dies kaum machbar. Auch die Pflege von den am Ende insgesamt 2047 Bäumen wird einen enormen Aufwand bedeuten.

Dennoch möchte man an der Idee festhalten. Doch eine Bitte hat Ute Schilling.Potentielle Spender mögen sich bis spätestens Juli melden, damit sie rechtzeitig Angebote der Bäume einholen, die Spender benachrichtigen kann und die Bäume rechtzeitig am Reformationstag in der Erde sind.