Zerbst. Nach über sechs Jahren Zerbster Abstinenz kehrt ein Ölgemälde des Dessauer Malers Max Korn (1862-1936) aus dem Jahre 1911 zurück. Die Berliner Gemälderestauratorin Evelyn Wittkowski übergab gestern das von ihr restaurierte Bild an die Stadt Zerbst.

Es zeigt eine Zerbster Stadtansicht in Richtung Süd-Ost, in etwa vom Wasserturm der Familie Finger in der Magdeburger Straße. "Es ist eine idealisierte Ansicht, um, wie damals gewollt, möglichst das komplette Panorama der Stadt abzubilden", erläutert Museumsdirektor Heinz-Jürgen Friedrich.

Das 94 mal 122,5 Zentimeter große Ölgemälde auf Leinwand in einem Keilrahmen befand sich zuletzt im damaligen Bauamt auf der Wolfsbrücke und wurde dort bei einem Wasserschaden stark beschädigt. Vom Museum wurde es gesichert und nach Prüfung der Bedeutung zur Restaurierung an Evelyn Wittkowski übergeben. Da die Finanzierung zwischenzeitlich mehrfach in Frage stand, geschah nichts. "Ich habe das Bild in meinem Tresor öfter hin und her geräumt", erzählt die Berliner Restauratorin, die auch schon "Luthers Ankunft in Zerbst" in ihrer Werkstatt hatte.

Im vergangenen Jahr, so Kulturamtsleiter Andreas Dittmann, bat die Stadt bei der Sparkassenstiftung Anhalt-Zerbst um Unterstützung. Diesem Antrag wurde mit der Bereitstellung von 3000 Euro stattgegeben.

"Das Hauptproblem war die Beseitigung der sehr markanten senkrecht verlaufenden Kalkspuren", erklärt Evelyn Wittkowski. Sie setzte dabei eine Essiglösung in destilliertem Wasser mit einer bestimmten Konzentration ein, um schadenfrei reinigen zu können. Zu den weiteren Detailarbeiten am Bild gehörten unter anderem die Sicherung der Malschicht, die Oberflächenreinigung, die Firnisabnahme und die Retuschierung mit Harz- und Ölfarben.

Nach Abschluss der Bauarbeiten im Museum wird das Bild in die Ausstellung aufgenommen.