Am Wochenende fand im Ankuhner Festsaal die diesjährige Vereinsschau der Rassegeflügelzüchter aus Zerbst und Umgebung statt. Hochwertige Zuchttiere waren ausgestellt, konnten erworben oder sogar bei einer Tombola gewonnen werden.

Zerbst. Es ist eine kleine Ausstellung, aber mit guten Ergebnissen – so lautet die Bilanz der diesjährigen Schau des Rassegeflügelzuchtvereins Zerbst und Umgebung 1881. Im Ankuhner Festsaal konnten interessierte Besucher insgesamt 196 Tiere von 26 verschiedenen Rassen und unterschiedlichen Farbschlägen bestaunen.

Mit der aufwändigen Arbeit, die mit der Zucht verbunden ist, zeigen die Züchter nicht nur die Schönheit der Tiere, sondern sie tragen somit auch zur Erhaltung der Arten und der genetischen Vielfalt bei, betonte der Vereinsvorsitzende Hermann Stephan zu Beginn der Ausstellung. Die Schau rückt die Arbeit der vielen Einzelnen dann ins gesellschaftliche Leben, ist sie doch eine gemeinsame Leistungsprüfung der Zuchtprodukte sowie auch Höhepunkt des Zuchtjahres. Gern versammeln sich die Züchter, um sich untereinander zu beraten und Erfahrungen auszutauschen.

"Wir haben in diesem Jahr nur ganz wenige Tiere, die mit einem ,Gut‘ bewertet wurden", erklärt Zuchtwart Horst Rübner. Viele Tiere erhielten sehr gute Bewertungen. Zweimal wurde die Note "Vorzüglich" vergeben, mehrere Male die Note "Hervorragend". Zuchtwart Rübner nennt das eine gute Entwicklung – erst recht vor dem Hintergrund, dass den Züchtern der Nachwuchs fehlt und somit immer weniger Tiere für die Zucht zur Verfügung stehen.

Und dennoch, es gibt ihn – den Nachwuchs. Nils Bannagel aus Straguth ist mit 19 Jahren das jüngste Mitglied und der jüngste Aussteller. Der junge Mann züchtet Show Homer, eine Taubenart. Eines seiner Tiere konnte sogar mit der Note "Vorzüglich" beurteilt werden. Zuchtwart Rübner freut das sehr, denn "das motiviert, weiterzumachen".

Als Region gemeinsam

Vor drei Jahren hat Nils Bannagel mit diesem Hobby begonnen. Er hat es von seinem Vater übertragen bekommen – genau wie einst auch der von seinem Vater. "Ich mag es einfach, meine Tiere aufwachsen zu sehen und wenn sie dann später im Schlag sitzen. Und es ist natürlich auch schön, wenn sie ausgezeichnet werden", erzählt Nils Bannagel. "Ich habe Hilfe", erzählt er weiterhin. "Ich habe einfach gute Vorlagen und erhalte außerdem Unterstützung aus dem Verein."

Auch Bürgermeister Helmut Behrendt würdigt die Arbeit aller Züchter. Seit 1990 ist er immer wieder Gast auf den Ausstellungen, hat sie mehrmals eröffnet. "Ich muss sagen, ich bin stolz auf euch, dass ihr jetzt 20 Jahre durchgehalten habt", richtet er seine Worte an die Vereinsmitglieder. "Die Ausstellung ist auch etwas, was unsere Region zusammenhält. Ihr präsentiert euch seit Jahren gemeinsam. Dafür meinen Dank".

Nach und nach kommen nicht nur Züchter in die Ausstellung, sondern auch Besucher wie etwa der fünfjährige John mit seiner Schwester Chantal und Mutter Susanne Radig. "Wir sind immer wieder in dieser Schau. Ich gucke mir mit meinen Kindern hier gern die Tiere an", sagt die Lindauerin. Und auf dem Arm hält sie etwas Besonderes. In einem Karton haben die drei eine Taube, die sie bei der Tombola gewonnen haben.

Glücksgriff

"Mal sehen, wo die hinkommt", sagt Frau Radig, ist sich aber sicher, dass es einen Platz für das Tier geben wird. Bürgermeister Behrendt hatte übrigens ein etwas anderes Glück. Er zog zwar jede Menge Lose, ging aber dann mit einer hübschen, aber leblosen Tischdecke nach Hause. Den Hauptpreis, eine Gans, konnte er nicht mit nach Hause nehmen.

   

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