Gut 50 Teilnehmer zählte am Sonnabend die traditionelle Jahresabschlussveranstaltung der Feuerwehrsenioren. Gemeinsam mit ihren Ehepartnern verlebten die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilungen der Ortsfeuerwehren der Stadt Zerbst einen geselligen Nachmittag. Dabei erfuhren sie von Ordnungsdezernent Andreas Fischer und Stadtwehrleiter Jürgen Dornblut aktuelle Fakten zur Feuerwehrstruktur und zu geplanten Investitionen.

Jütrichau. Sowohl Ordnungsdezernent Andreas Fischer als auch der Zerbster Stadtwehrleiter Jürgen Dornblut freuten sich, dass die Jahresabschlussveranstaltung der Feuerwehrsenioren fortgeführt wird. Das gesellige Beisammensein in der Jütrichauer Raststätte hat seine Wurzeln in der Verwaltungsgemeinschaft Zerbster Land, die längst nicht mehr besteht. In den neun Jahren, seit denen sich die Veteranen der Ortsfeuerwehren treffen, haben sich die kommunalen Strukturen mehrfach geändert.

Den letzten erheblichen Einschnitt brachte die Eingemeindung der 21 Umlandgemeinden in die Stadt Zerbst zu Jahresbeginn mit sich. Das hatte auch Auswirkungen auf die Feuerwehr in der nun "fünftgrößten Stadt Deutschlands", wie Andreas Fischer ausführte. Die neue Stadtfeuerwehr setzt sich aus 27 Ortsfeuerwehren zusammen, die insgesamt über 900 Mitglieder haben. Die Zahl der aktiven Einsatzkräfte bezifferte der Dezernent auf gut 600 Kameraden. Er dankte den ehrenamtlich tätigen Männern und Frauen, dass sie ihre Freizeit opfern, um ihre Ausbildung zu verbessern und an Einsätzen teilzunehmen, um Menschen zu retten und Schaden abzuwehren.

Bis dato seien die Wehren in diesem Jahr zu 165 Einsätzen ausgerückt, davon entfallen allein 70 auf die Zerbster Ortsfeuerwehr, wie Jürgen Dornblut berichtete. Neben ausgelaufenen Flüssigkeiten wie Heizöl und technischen Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen gab es vier Großbrände, zu denen die Kameraden gerufen wurden.

Nicht ohne Stolz ging der Stadtwehrleiter kurz auf die Nachwuchsarbeit ein. So gibt es momentan elf Jugendfeuerwehren und fünf Kinderfeuerwehren. Die kulturellen Einrichtungen wie den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr (FFw) Lindau oder das Blasorchester der Deetzer Wehr ließ er ebenfalls nicht unerwähnt. Auch die Tanzgruppe der FFw Jütrichau vergaß Jürgen Dornblut nicht, sollten die "Dancing Firefighters" die Veranstaltung doch mit ihrem schwungvollen Auftritt bereichern. Unterdessen unterhielt Rainer Luther von der FFw Polenzko als amüsanter Feuerwehrengel die Senioren.

Bevor jedoch das Programm nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken begann, informierte Andreas Fischer die Anwesenden noch über die Risikoanalyse, die derzeit samt Brandschutzbedarfsplan erstellt wird. Bis Ende März 2011 soll diese fertig sein und dem Zerbster Stadtrat vorliegen. Bei der umfangreichen Datenauswertung geht es unter anderem darum, zu schauen, in welcher Ortsfeuerwehr welche Technik wirklich benötigt wird.

Unabdingbar, um überhaupt ausrücken zu können, sind Einsatzfahrzeuge. 50 verteilen sich auf die einzelnen Wehren. Mit einem Durchschnittsalter von 15 Jahren überschreiten nicht wenige die vom Land vorgegebene Nutzungsdauer von zwölf Jahren, wie Andreas Fischer darlegte. "Wir haben da noch etliches zu tun", erzählte er, dass das Löschfahrzeug in Pulspforde Baujahr 1967 ist.

Neu angeschafft wurde kürzlich ein Kommandowagen für die Stadtwehrleitung. Das Führungsfahrzeug wird nun hergerichtet und soll im Dezember in Dienst gestellt werden, teilte der Ordnungsdezernent beim Blick auf die diesjährigen Investitionen mit. Für Anschaffungen standen 2010 nur 19 000 Euro zur Verfügung. Im nächsten Jahr soll der Betrag laut Fischer deutlich auf rund 100 000 Euro erhöht werden. Wie er auflistete, fließen über 50 000 Euro in den Einbau des neuen Digitalfunks. Mit 30 000 Euro soll die bislang nicht gewährleistete Löschwasserversorgung in Nutha abgesichert werden. Darüber hinaus sind weitere Baumaßnahmen sowie der Erwerb von Ausstattungs- und Ausrüstungsgegenständen vorgesehen (Auszüge aus den geplanten Haushaltsansätzen siehe Info-Kasten).