Zerbst. Eine kleine Schar Standhafter fand sich jüngst im strömenden Regen auf der Schloßfreiheit ein, um unter Führung von Landschaftsplaner Uwe Merz einen Rundgang durch den Schlossgarten zu unternehmen. Aktueller Anlass war die Installation von "Informationssteinen" an insgesamt acht Stellen des Schlossgartens zum Monatsbeginn.

"Auf vielfachen Wunsch der Zerbster", so Ute Schilling vom Grünflächenamt der Stadt, habe man die Info-Stein-Idee entwickelt. "Das aktuelle Budget hatte noch Spielraum für die Herstellung von acht Info-Steinen. Vielleicht können wir dieses Info-Stein-System künftig weiter ausbauen", hofft Schilling.

Planer Uwe Merz aus Dessau informierte über den Werdegang der Umgestaltung. 2007 wurde der Denkmalpflegerische Rahmengestaltungsplan für den Schlossgarten Zerbst vom Stadtrat beschlossen. Seither bedient sich die Stadt einer Maßnahme "Aktiv zur Rente", in der unter Beteiligung von KommBA und Beschäftigungs- und Ausbildungsgesellschaft insgesamt 15 Männer und Frauen an verschiedenen Stellen des "Landschaftsgartens Schlossgarten" Hand anlegen. Ziel ist, die historische Situation wieder herzustellen. "Dies geschieht jedoch abgestimmt und mit heutiger Nutzung verträglich", betont Merz.

Dennoch war die allgemeine Überraschung unter den Zerbstern, als es darangehen sollte, den immer schon zum Rückbau bestimmten Mittelweg dann auch tatsächlich zurückzubauen, auch für ihn überraschend. Frau Schilling verwies, während die Rundgang-Gäste Regenschirm-behütet über die aufgeweichten Wege staksten, auf das "schnelle Reagieren seitens der Stadt und des Planers". Der Weg wurde nicht angetastet, stattdessen rückt der parallel am Rand der Wiese zwischen Stadthalle und Katharinaweg verlaufende in den Blick. Ob es bis zum Abschluss der Maßnahme "Aktiv zur Rente" gelingt, den Weg zu verlagern, wird noch zu prüfen sein. Aktuell ist bereits eine Blickachse zum Katharina-Denkmal geschaffen worden.

Ob der alte Wassergraben zu Füßen des Schloss-Mittelflügels je wieder dort installiert wird? Uwe Merz: "Das wäre hydrologisch, ökologisch und finanziell zu untersuchen. Auf jeden Fall würde der Stadthalleneingang in heutiger Form verloren gehen. Es wäre vielleicht ein guter Kompromiss, den Graben über die jetzt als Trockengräben nachgebildeten einstigen Nutheläufe zu leiten. Fest steht: Der Graben quer über die heutige Turnierwiese stört das Landschaftsbild."

Die 15-köpfige Gruppe besuchte, in angeregte Gespräche vertieft, alle acht Info-Steine. Frau Schilling berichtet von den mittlerweile 60 neu angepflanzten Bäumen, den 2000 Quadratmetern neues Strauchwerk. Die Gruppe pausiert an der Orangerie-Ruine, dem Teehäuschen, der Grotte. Und gewinnt einen neuen Blick auf den wiederentstehenden alten Landschaftsgarten im Herzen von Zerbst.