Die Leitung des Gymnasiums Francisceum ist sich sicher: Die Einrichtung als Ganztagsschule zu führen, ist die sinnvollste Lösung, mehr Zeit für die Schüler zu haben, individueller auf ihr Bedürfnisse einzugehen. Derzeit passiert ein entsprechendes Konzept die Kreisgremien. Entscheidend wird das Votum des Kultusministeriums sein, das schon einmal Nein sagte.

Zerbst. Jedoch bezog sich dieses Nein nicht auf das Konzept, wie Schulleiter Hans-Henning Messer betont. "Die Aussage war, dass die Sekundarschulen gestärkt werden sollen. Damit sind wir rausgefallen." Dennoch war die Motivation ungebrochen, erneut einen Antrag auf die Errichtung einer Ganztagsschule zu stellen, der bereits den Bildungs- und Hauptausschuss des Kreistages in diesem Monat erfolgreich passiert hat.

"Im Großen und Ganzen ist das Konzept in seiner Form im Vergleich zum vorherigen Antrag erhalten geblieben", ergänzt Veronika Schimmel, stellvertretende Schulleiterin. Einige Punkte des Konzeptes konnten jedoch bereits umgesetzt werden. Seit diesem Schuljahr wird der Unterricht ab der 5. Klasse vollständig in 90-Minuten-Blöcken angeboten – in A- und B-Wochen. "Das hat Vor- und Nachteile", ist sich die Schulleitung bewusst. Findet ein Block nur alle 14 Tage statt, können sich Schüler und Lehrer zum Beispiel bei Ausfall durch Feiertage mitunter vier Wochen am Stück nicht sehen. Andererseits ist es sonst nicht möglich, Fächer mit einer Wochenstunde im Blocksystem zu unterrichten. "Außerdem gleichen wir die entfallenen Blockeinheiten wieder aus", ergänzt Messer.

Auch an der Unterrichtsmethodik ist weiter intensiv gearbeitet worden. Neben internen Fortbildungen, holte sich die Schule externe Trainer ins Haus, die die Lehrerschaft im kooperativen Lernen schulte.

Eine weitere Veränderung zum damaligen Konzept ist die Ausdehnung der Mittagspause auf rund 60 Minuten am Stück – ursprünglich waren es zwei Mal 30 Minunten. Die Mittagsbetreuung wird durch inhaltliche Angebote gestärkt, wie zum Beispiel Hausaufgabenhilfe, Entspannungs-übungen, Spiele in verschiedenen Sprachen oder musikalische Angebote, die mit einem Kooperationsvertrag zwischen Schule und Musikschule besiegelt wurden. "Das Angebot steht bereits in dem Unfang bereit, den es im Konzept auch hat", erklärt Schimmel. Rund 200 Schüler profitieren davon. Die Schüler der 5. und 6. Klassen nehmen die Angebote auf freiwilliger Basis wahr. Für Siebtklässler ist das Angebot für eine Stunde in der Woche verpflichtend. "Das sind im Moment Probeläufe, damit wir sehen, was im nächsten Schuljahr anders gemacht werden kann", fügt Schimmel hinzu.

"Wir versuchen fast alles, was wir dort vorhaben, umzusetzen – mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen", betont Messer. Dabei spielen auch Projekte und Arbeitsgemeinschaften weiterhin eine große Rolle in den Planungen. Zum Beispiel fand im September eine Projektwoche statt. Des Weiteren tagte bereits die Steuerungsgruppe, die über Projektideen für 2011 sprach.

Dennoch: Der endgültige Entscheid, ob das Francisceum Ganztagsschule wird, fällt erst im kommenden Jahr – im Frühling. "Das ist schon recht spät, aber wir hätten noch genügend Zeit, das kommende Schuljahr vorzubereiten", so Messer.