"Sehnsucht nach Leben – gute Gründe zu glauben". Unter diesem Thema stand am Sonnabend das mittlerweile zwölfte Frauenfrühstück, das von fleißigen Mitgliedern des Vereins "Frühstückstreff für Frauen in Deutschland" unter Leitung von Anke Kestler organisiert wurde.

Zerbst. Es ist die herzliche, gemütlich aber auch intime Atmosphäre, die am Sonnabend 171 Frauen in die Stadthalle führte, um beim zwölften Frauenfrühstück dabei zu sein. Bei kaum einer anderen Veranstaltung in Zerbst können sich Frauen, ob miteinander bekannt oder völlig fremd, ungezwungen reden, Probleme austauschen oder einfach bei einem leckeren Frühstücksbuffet ausspannen und plaudern – schließlich ist Frau hier unter sich.

Ein wertvoller Bestandteil dieser Treffen, der zudem Anregungen und oft auch Tipps und Hilfe für den Alltag gibt, sind die Vorträge jeweils einer Referentin. In diesem Jahr besuchte die Berliner Pastorin Claudia Filker Zerbst, die bereits beim 1. Frauenfrühstück hier zu Gast war. Sie sprach in ihrem Vortrag über die Sehnsüchte des Lebens und die Rolle Gottes, diese Sehnsüchte zu stillen, zu leben und zu begreifen.

"Ich lade Sie nun zu einer Gedankenreise ein", begann Claudia Filker ihren Vortrag. Jeder habe Sehnsüchte, und diese ließen sich auf drei essentielle Sehnsüchte eingrenzen – Liebe, Anerkennung und Geborgenheit. "Sie treiben uns an – führen uns aber auch in Sackgassen", beschreibt es Filker. Ihre These lautet: Weil wir Menschen sind, können wir lieben. Aber die letzte grenzenlose Liebe kann uns kein Menschen geben, das kann nur Gott.

Um diesen Dialog zwischen Mensch und Gott noch zu verstärken, interviewte Filker drei Frauen auf der Bühne zu deren Sehnsüchten. So wartete Brigitte Schamp lange auf ihre wahre Liebe. Mit 42 Jahren heiratete sie den "richtigen" Mann. Bekam mit 44 ihr erstes Kind. Für Antje Gabler sind alle drei Sehnsüchte wichtig und bedingen einander. Doch die Geborgenheit ist ihr am Wichtigsten. Ihr hilft es zu wissen, dass Gott für sie da ist und sie mit ihren Sehnsüchten bei ihm gut aufgehoben ist. Gudrun Germann sprach von ihrem Wunsch nach Anerkennung. Als die erste Ehe scheiterte, fiel sie in ein Loch. Dann fand sie ihren Glauben zu Gott und den Sinn des Lebens wieder. Mittlerweile ist sie wieder glücklich verheiratet.

Doch es waren nicht nur diese Erfahrungsberichte, die die Frauen Mut machten und aufmunterten. Auch die 15-jährige Carolin Schreck hatte einen Anteil daran. Die junge Sängerin und Songschreiberin aus Zerbst sorgte mit ruhigen Popsongs für die musikalische Umrahmung des Vormittages. Und wenn auch nicht abgesprochen: Auch ihre Lieder handelten von den drei Sehnsüchten, die uns Menschen antrieben: Liebe. Anerkennung und Geborgenheit.

Die Termine für die Frauenfrühstücke 2011 stehen bereits fest: Thema am 12. März wird "Die heilende Kraft des Lächelns sein", am 5. November "Neid, zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Herz und Seele". "Aber", betont Anke Kestler, "der Veranstaltungsort wird sich ändern."

Beide Treffen werden in der Trinitatiskirche stattfinden.

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