Nun ist es auch in Zerbst soweit. Seit gestern erstrahlt die Stadt in einem winterlichen Weiß. Mehrere Zentimeter Neuschnee sind gefallen und die bringen allerhand Probleme mit sich. Der recht überraschende Wintereinbruch führte zu Blechschäden und einem holprigen Beginn bei der Straßenräumung. Ein Ende des Schneetreibens ist nicht in Sicht.

Zerbst. Zwischen 5 und 5.30 Uhr rückten die Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt Zerbst und seine zwei Außen-stellen zum ersten Mal aus. "Insgesamt sind 14 Fahrzeuge im Einsatz", sagt Bauhofleiterin Regina Frens. Kurz nach 4 Uhr wurde sich mit dem Bereitschaftsdienst besprochen, wie das Ganze nun organisiert wird. "Der Start verlief etwas holprig. Einige Maschinen funktionieren noch nicht so, wie sie sollen", gesteht Frens ein. Der Wintereinbruch kam für den Bauhof überraschend. "Wir haben frühestens Mittwoch mit Schnee gerechnet, so sagten es die Prognosen", erklärt die Bauhofleiterin. Nun werde alles dran gesetzt, die Gemeindestraßen schnellstmöglich zu räumen.

Doch nicht nur die Stadt ist nun gefordert, sondern auch die Zerbster Bürger. Nach der Straßenreinigungssatzung sind Gehwege bei Schnee und Glätte so begehbar zu halten, dass die Benutzer weder gefährdet noch behindert werden, heißt es aus dem Ordnungsamt. Der Winterdienst muss hier von den Eigentümern der angrenzenden bebauten und unbebauten Grundstücken durchgeführt werden. Ist der Schnee in der Nacht gefallen, sollte die Reinigung werktags bis 7 Uhr und an Sonn- und Feiertagen bis 9 Uhr erfolgen. Zudem ist die Reinigung bis 20 Uhr eines Tages nach jedem Schneefall unverzüglich vorzunehmen. Das Einhalten der Satzung wird vom Ordnungsamt kontrolliert. "Ein Verstoß stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann", erklärt Jan Hädrich, Pressesprecher der Stadt. Insgesamt 67 dieser Verstöße wurden im letzten Winter gemeldet und vier Bußgelder ausgesprochen. "Dies geschieht vorwiegend im Wiederholungsfall", erklärt Hädrich.

Zum Zwecke der Sicherheit wird auf den Straßen und Bürgersteigen Streusalz eingesetzt. Ein Mittel, das aufgrund seiner umweltbelastenden Auswirkungen vom Naturschutzbund Nabu verbannt werden sollte. "Das Salz gelangt über den Boden in die Pflanzen und verändert dort den Nährstoffhaushalt. Die Folgen zeigen sich oft erst im Frühjahr und Sommer", sagt Annette Leipelt, Geschäftsführerin des Nabu Sachsen-Anhalt. Der Naturschutzbund empfiehlt den Privathaushalten die Verwendung von salzfreien, abstumpfenden Streumitteln wie Granulate, Split, Sand oder Kies.

Im Dauerstress befanden sich auch die Polizeibeamten der zuständigen Reviere. Bis zum Mittag hatten sich bereits 25 Verkehrsunfälle ereignet. "Dabei handelt es sich vornehmlich um Blechschäden im Wert von 100 bis 10 000 Euro. Es gab aber auch zwei leicht Verletzte", erzählt Michael Däumich, Pressesprecher des Polizeireviers Anhalt-Bitterfeld. Gründe für die Unfälle waren aus Sicht des Pressesprechers die glatte Fahrbahn, ein zu geringer Sicherheitsabstand und das Überschätzen der eigenen Fähigkeiten. Ein Unfall aufgrund fehlender Winterreifen konnte dabei nicht festgestellt werden.

Dagegen gab es bei den öffentlichen Verkehrsmitteln keine witterungsbedingten Einschränkungen. Die Pendler mit der Bahn erreichten pünktlich ihre Ziele. Eine Auskunft vom Busunternehmen gab es bis zum Redaktionsschluss nicht.

Das Schneetreiben setzt sich diese Woche weiter fort. "Es bleibt winterlich bis zum Wochenende", fasst Sabine Kaunert vom Deutschen Wetterdienst in Magdeburg zusammen. Die nächsten Tage bleibt es bewölkt und es kommt zu vereinzeltem Schneefall. Wenn die Wolkendecke abends aufreißt, kann es zwischen -8 und -14 Grad Celsius kalt werden. Mütze, Schal und Handschuhe sind mehr denn je angebracht. Ob die winterliche Adventszeit auch auf eine weiße Weihnacht schließen lässt, will Kaunert noch nicht prognostizieren. "Wie der Trend in den kommenden Wochen aussieht, kann ich nicht sagen. Diese Woche sollte man sich aber voll auf Schnee und sehr niedrige Temperaturen einstellen."

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