"Vielleicht ist es ein glückliches Zusammentreffen, dass nach der glanzvollen Einweihung des Katharina-Denkmals in diesem Jahr die Räumlichkeiten der Katharina-Sammlung nun ebenfalls im neuen Glanz erstrahlen", so der Zerbster Bürgermeister Helmut Behrendt (FDP) am Freitag-abend. Nach mehr-wöchigen Renovierungsarbeiten wurde im Rathaus auf der Schloßfreiheit die Sammlung, eine Außenstelle des Museums der Stadt Zerbst, im 15. Jahr ihres Bestehens wiedereröffnet.

Zerbst. 8000 Euro hat die Stadt in Maler- und Parkettarbeiten im einstigen barocken Festsaal des früheren Kavalierhauses investiert. Helmut Behrendt hob das "große Engagement der Mitarbeiter des Museums und der Mitglieder des Internationalen Fördervereins Katharina II. bei der Wiedereinrichtung" hervor.

Die Sammlung, die seit ihrer Eröffnung 1995 zahlreiche Besucher aus ganz Europa, aber auch Übersee und aus dem asiatischen Raum hatte, sei in ihren Beständen sorgsam aufbereitet worden. Nicht zuletzt gehe es aber auch darum, so der Bürgermeister, "mit den ausgestellten Objekten den Bezug der Stadt und ihrer Bürger zu ihrer historischen Persönlichkeit Katharina II. herzustellen".

Ein Verhältnis, das sich, ergänzt Kulturamtsleiter Andreas Dittmann später, seit Bestehen der vom Katharina-Verein initiierten Sammlung und durch die Arbeit des Vereins gewandelt hat. Die Zerbster haben diese Tradi-tion angenommen.

Mit sechs neuen, erstmals öffentlich gezeigten Exponaten biete die Katharina-Sammlung jetzt weitere Einblicke in Leben und Zeit der aus Zerbst stammenden späteren russischen Zarin, betonte die allen Beteiligten und Unterstützern der Neugestaltung dankende Vereinsvorsitzende Tetyana Nindel. So werde ein Bogen geschlagen von der Vergangenheit in die Gegenwart, die auch von der Partnerschaft zwischen Zerbst und der russischen Stadt Puschkin geprägt ist.

Die neuen Exponate, unter anderem Briefe, Medaillen, Porzellan und ein Porträt, stellten die Vereinsmitglieder Tetyana Nindel, Wladimir Teslenko, Olga Tidde, Marlies Kellpinski und Karin Rettig den Gästen vor. Weitere, beim Verein vorhandene Exponate und geplante Neuanschaffungen machen es möglich, die Ausstellung immer wieder mit teilweisen neuen Anziehungspunkten interessant zu machen.

"Großes Engagement der Museums-Mitarbeiter und des Fördervereins"

Neu ausgestellt ist ebenfalls das Modell des Zerbster Schlosses von Dirk Hermann, das bisher im Museum zu sehen war.

Für Kulturamtsleiter Andreas Dittmann ist das auch ein Beleg für die gute Zusammenarbeit von Museum, Katharina-Verein und Förderverein Schloss Zerbst. Die Sammlung sei "kein Ort wissenschaftlicher Aufarbeitung, sondern der Rezeptionsgeschichte und Bewunderung für Katharina II.".

Kulturelle Überraschung der gut besuchten Wieder- eröffnung war der Auftritt der russischen Sängerin Natalia Gonokhova aus St. Petersburg. Die junge Frau ist Preisträgerin mehrerer Festivals und trat bereits ebenfalls international auf.

Aus ihrem weitgespannten Liedrepertoire sang sie, sich selbst auf der Gitarre begleitend, mit außerordentlich beeindruckender Emotionalität altrussische Romanzen und zeitgenössische Lieder.

Die Sammlung Katharina II. ist täglich dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet ist. Bei Stadtführungen wird die Ausstellung mit selbstverständlich einbezogen. Noch ein Tipp: Die speziellen Katharina II.-Führungen sollten vorher angemeldet werden.

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