Mit dem Herausreißen des alten Fußbodens begannen am 3. November die Umbauarbeiten in der so genannten Tonne im Museum der Stadt Zerbst. Bald schon soll der Raum für Ausstellungen aber auch Versammlungen genutzt werden.

Zerbst. Wer den Museumsraum die " Tonne " im Zerbster Stadtmuseum in den vergangenen Jahren betrat, dem konnte mitunter der Putz auf den Kopf rieseln oder die vielen Neonröhre blenden. Mehrere Jahre vom Francisceum als Unterrichtsraum genutzt, fand er danach seine Bestimmung zum Mehrzweckraum. " Aber mit weniger ästhetischen Ansprüchen ", wie es Kulturamtsleiter Andreas Dittmann diplomatisch formuliert.

Der Boden bestand zum Teil aus Dielen, zum Teil aus Beton. Das Fenster konnte nicht abgedunkelt, Ausstellungsstücke aufgrund fehlender punktueller Beleuchtung wenig in Szene gesetzt werden. Der Holztür hatte ein Holzwurm arg zugesetzt.

Das wird sich bald ändern. Mit rund 70 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II wird der Raum von Grund auf saniert. Unter dem noch trocknenden Estrich liegt bereits eine Fußbodenheizung. Ist der Estrich ausgetrocknet, wird die Oberfläche des Bodens mit Klinkersteinen belegt. Damit ist dieser Boden einheitlich mit dem in den Flurgänge gestaltet.

Uwe Becker trägt derzeit an den Wänden den Unterputz auf. Ist der abgetrocknet folgt ein Schicht Deckputz. Die Elektroarbeiten folgen demnächst.

Das Fenster wird zukünftig durch eine Leinwand verdunkelt. Damit ist zum einen eine Verdunklung per se möglich, wie es bisher nicht der Fall war. Und die Leinwand kann für Bilder- und Dia-Vorträge oder andere multimediale Veranstaltungen genutzt werden. Eine moderne Beleuchtung mit raumfüllenden Licht aber auch punktuellen Spotlights sowie eine neue Tür runden die Gestaltung ab.

Das die Arbeiten zum Jahresende stattfi nden, fi ndet Museumsleiter Heinz-Jürgen Friedrich eher vorteilhaft – trotz vorübergehender Schließung des Museums. " Es ist ohnehin die besucherschwächste Zeit ", sagt er. Angemeldete Gruppen hätten noch ihre Führungen erhalten. " Aber solche Arbeiten sind nunmal mit Beeinträchtigungen verbunden ", so Friedrich.

Das sieht auch Dittmann ähnlich. Die groben Arbeiten, die nicht wenig Dreck und Baustellenchaos verursachen, machen eine Schließung notwendig. Und so ergab es sich, dass der Zeitpunkt günstig war, gleich eine weitere Erhaltungsmaßnahme im Museum anzustoßen. Derzeit werden einzelne poröse Steine der Rippenbögen in den Fluren im Rahmen der Werterhaltung durch eine Fachkraft erneuert. " Wenn der Dreck schonmal drin ist, wollten wir diese Arbeiten gleich bündeln ", so Dittmann.

Doch allzulange wird es nicht mehr dreckig sein. Spätestens Anfang Februar wird der neue Mehrzweckraum gebraucht. Dann tagt hier die Arbeitsgruppe der anhaltischen Museen zum 800-Jahre-Anhalt-Jubiläum. Deren Leitung obliegt Zerbst. " Bis dahin sollten wir fertig sein ", ist Dittmann optimistisch.