Märchen gehören zur Vorweihnachtszeit wie Kerzen auf den Adventskranz. So heißt es auch bei der Tagesgruppe Hohenlepte alljährlich " Es war einmal …" Gemeinsam bringen die in der Einrichtung betreuten Mädchen und Jungen jedes Mal im Dezember einen anderen Klassiker der Gebrüder Grimm auf die Bühne. Am Mittwoch nun präsentierten sie ihren zahlreichen Zuschauern Dornröschen.

Hohenlepte. Die traditionelle Märchenaufführung der Tagesgruppe Hohenlepte lockte am Mittwoch zahlreiche Interessenten in die Einrichtung des Paritätischen Sozialwerks. Weder Schneewehen noch Glätte hielten die Eltern, Großeltern und vielen Gäste ab, sich die Inszenierung von " Dornröschen " anzusehen. Nach und nach füllte sich der Saal mit über 50 Personen. Gespannt warteten sie auf den Beginn der Vorstellung.

Seit Oktober hatten die Mädchen und Jungen, die in der Tagesgruppe betreut werden, tüchtig geprobt. Sie lernten Dialoge auswendig und feilten an den einzelnen Szenen. Vor zwei Wochen erhielten die eifrigen Nachwuchsschauspieler mit den beiden neu aufgenommenen Kindern schließlich noch Verstärkung. Die Darstellerriege wuchs damit auf zwölf junge Künstler im Alter von sechs bis zwölf Jahren an, die an diesem Nachmittag nun ihren Auftritt vor einem großen Publikum haben sollten.

Die angehenden Scheinwerfer lenkten die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf die liebevoll gestaltete Kulisse, die kurz darauf mit Leben erfüllt wurde. Während die kostümierten Kinder in die märchenhaften Figuren schlüpften, übernahm Praktikantin Anett Anton die Rolle der Erzählerin.

Begeisterter Applaus

Sie entführte die Anwesenden in ein fernes Land, wo dem König nach langem Warten endlich eine Tochter geboren wird. Sein Glück will der stolze Vater mit all seinen Untertanen feiern. Da das Geschirr nicht ausreicht, wird die 13. Fee nicht eingeladen. Sie, das heißt, in der Interpretation der Tagesgruppe ihr Mann, der Zauberer, erscheint und belegt Dornröschen mit einem Fluch. An seinem 15. Geburtstag soll es sich an seiner Spindel stechen und sterben. Bekanntermaßen wandelt die 12. Fee den Todesfluch in einen hundertjährigen Schlaf um. Und dass sich das Schicksal des Mädchens erfüllt, daran kann auch der Befehl des Königs nichts ändern, alle Spindeln zu vernichten.

Mit sichtlicher Spielfreude präsentierten die Sechs- bis Zwölfjährigen das Grimmsche Märchen. Lachend verfolgten die Zuschauer da beispielsweise, wie Koch und Küchenjunge versuchten, den fl inken Hahn und die ebenso rasante Ente für das Festessen einzufangen. Aber auch all die anderen gingen voll in ihren Rollen auf. Ob es der Prinz war, der überzeugend von Dornröschens Aussehen schwärmte, oder der König, der einem Herrscher gemäß mit fester Stimme selbstbewusst agierte.

Geselliger Ausklang

Aufgelockert wurde die Handlung durch mehrere Gesangseinlagen. An der jeweils passenden Stelle stimmten die Mädchen und Jungen eine weitere Strophe des Kinderliedes " Dornröschen war ein schönes Kind " an. Neben Anett Anton auf der Gitarre begleitete sie Vincent dabei auf dem Keyboard. Zugleich verkörperte der junge Musiker einen alten Mann in der unterhaltsamen Aufführung. Als diese wie gewohnt ihr glückliches Ende nahm, ertönte der begeisterte Applaus des Publikums.

Einrichtungsleiterin Melitta Ferchland nutzte die Gelegenheit, um sich bei allen zu bedanken, die in irgendeiner Weise an dem diesjährigen Märchen mitgewirkt haben. Bei Kaffee und Tee sowie selbstgebackenen Plätzchen ließen die Anwesenden den Nachmittag schließlich in geselliger Runde gemütlich ausklingen.