Zuwendungsbescheide über 10 000 Euro für das Schloss Zerbst und 3000 Euro für die Nicolaikirche überreichte Landrat Uwe Schulze gestern den jeweiligen Fördervereinsvorsitzenden. Dabei ließ er sich gern zeigen, wofür die Gelder aus dem 2011-er Haushalt des Landkreises Anhalt-Bitterfeld Verwendung finden werden.

Zerbst. Der Abbruch von maroder Bausubstanz, Ergänzungen am Mauerwerk, der Einbau von Stahlbetondecken und die Erweiterung einer Treppenanlage - dies sind einzelne Punkte des zweiten Bauabschnittes der Sicherungsmaßnahme III, die derzeit im Schloss in Angriff genommen werden. Mit dem nun durch Landrat Uwe Schulze überreichten Zuwendungsbescheid in Höhe von 10 000 Euro ist deren Realisierung wieder ein Stück vorangekommen.

"Sind denn die übrigen Zuwendungen schon sicher?", hakte der Landrat bei Dirk Herrmann, dem Vorsitzenden des Fördervereins Schloss Zerbst, nach. Schließlich umfasst jener besagter zweiter Bauabschnitt am so genannten Pavillon - dem südlichen Bereich des Ostflügels - ein Gesamtumfang von 119 000 Euro. Neben den Mitteln durch den Landkreis trägt der Förderverein einen Eigenanteil von 14 000 Euro. Weitere Förderer sind das Land Sachsen-Anhalt mit 70 000 Euro sowie die Stadt Zerbst mit 10 000 Euro und die Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt mit 15 000 Euro.

Mit einem herzlichen Dank nahm Herrmann den Bescheid entgegen und führte Schulze anschließend durch das Schloss. Bereits in den Veranstaltungsräumen im Erdgeschoss staunte Schulze über die Entwicklung des Schlosses, die es seit Bestehen des Fördervereins genommen hat. Anschließend führte der Rundgang durch die beiden neu in Nutzung genommenen Räume im ersten Geschoss. In einem ehemaligen Heizungsgang ist nun eine Porträtgalerie sowie ein Stammbaum des Fürstenhauses Anhalt-Zerbst zu finden. Der Höhepunkt war jedoch das erste fürstliche Vorzimmer, das erst vor eineinhalb Wochen für das Publikum geöffnet wurde.

Im absoluten Kontrast dazu standen die nun folgenden Räume hinter dem Vorzimmer. Dort betrachtete die kleine Gruppe beispielsweise die Mauern, die einst das Zedernkabinett und das Gelbe Kabinett beherbergten - unter freiem Himmel. Doch auch hier soll mittelfristig Hand angelegt werden, um die Bausubstanz vor dem weiteren Zerfall zu retten. "Es ist noch ein weiter Weg, aber es geht Stückchen für Stückchen", lobte Schulze.

Stück für Stück geht es auch in der Nicolaikirche voran. Dort konnte sich Walter Tharan, Vorsitzender des Förderkreises St. Nicolai, über einen Zuwendungsbescheid von 3000 Euro freuen. Auch hier ist bereits sicher, wofür das Geld verwendet wird.

Die ins Kirchenschiff ragende Wand des Nordturms ist bisher nicht saniert worden. Daher sind herunterfallende Steinchen und Putz ein großes Problem. Hier soll nun das lose Material abgeklopft werden. Die Wand wird dann mit Beton gefestigt und über herausragende Elemente eine Blei-Blechdecke gelegt, um das Gemäuer vor eindringendem Wasser zu schützen. Des Weiteren muss eine Tür am Nordturm verschlossen werden und für den im Kirchenschiff gelegenen Zugang zum Südturm ist die Genehmigung für den Bau einer Überdachung erteilt worden. Auch die ist vor allem für den Schutz vor herunterfallendem Putz, aber auch der Hinterlassenschaft mancher Taube vorgesehen.

Auch hier fragte Schulze nach einem Gesamtkonzept, das am Ende der Sanierungsarbeiten stehen muss. "Das kann nur auf eine Freiluftkulturstätte hinauslaufen", machte Walter Tharan deutlich.

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