Jütrichau (dap) ● Der Ortschaftsrat Jütrichau hat die angekündigte Beratung über die Haushaltsansätze für 2012 auf seine nächste Sitzung vertagt. Anvisiert ist als Termin der 9. Januar. Dann soll auch jemand aus der Kämmerei anwesend sein, der die Zahlen erläutert. Denn wie Ortsbürgermeister Dirk Bunge Montagabend gleich zu Beginn der vorgesehenen Anhörung zur Etatplanung anmerkte: "Es wäre schön gewesen, wenn jemand hätte rauskommen können." Trotz eines
vorherigen Gespräches mit Regina Werner, Mitarbeiterin der Finanzverwaltung der Einheitsgemeinde Stadt Zerbst, gab er offen zu,
seinen Ratskollegen nicht alles erklären zu können.

Im Großen und Ganzen seien die Sachen aufgenommen, die sie drin haben wollten, bemerkte Dirk Bunge. Gegen die Maßnahmen im Vermögenshaushalt wie die erneut eingestellte Platzgestaltung am Dorfteich hatte Denis Barycza auch nichts einzuwenden. "Was aufstößt, ist der Verwaltungshaushalt", meldete er sich zu Wort. Die Rücklage der
Ortschaft soll für Investitionen eingesetzt werden, konnte er nicht nachvollziehen, dass damit Abwasserkosten, Müllgebühren oder Reinigungsmittel bezahlt werden sollen. Auf 1600 Euro bezifferte Dirk Bunge die Mehrausgaben bei der Unterhaltung ihrer kommunalen Grundstücke, die sie mit Geldern aus der Rücklage begleichen sollen.

Dass dieses Vorgehen den abgeschlossenen Gebietsänderungsverträgen widerspricht, fand auch Markus Pfeifer. "Es geht ums Prinzip", meinte er. Ihn störte, dass sie als Ratsmitglieder selbst keinen Einfluss auf die Verwendung der noch vorhandenen Rücklagemittel haben. "Für Dorffeste geht‘s nicht", nannte er ein Beispiel. Zugleich fragte er sich, was mit all den Ortschaften ist, die
inzwischen keine eigene Rücklage mehr besitzen. Sprich, wie
werden bei ihnen die anfallenden Fehlbeträge bei den laufenden
Kosten gedeckt?