Das Museum der Stadt Zerbst zeigt die Ausstellung "Von der Wiege bis zur Bahre - Gelebter Glaube in Anhalt". Sie beschäftigt sich mit kirchlichen Traditionen.

Zerbst l Auf den ersten Blick fallen eine altertümliche hölzerne Kinderwiege und ein moderner Sarg auf, beide auf Podesten platziert. Sie weisen optisch sehr markant auf die im Museum der Stadt Zerbst gerade eröffnete Ausstellung "Von der Wiege bis zur Bahre - Gelebter Glaube in Anhalt" hin.

Die von der Evangelischen Landeskirche Anhalt mit Partnern zum Jubiläum 800 Jahre Anhalt gestaltete Ausstellung (auch Infokasten) war seit September zunächst und mit Erfolg in Bernburg zu sehen.

Erläuternde Texte zu einzelnen menschlichen Lebensereignissen und -abschnitten, von der Geburt bis zum Tod, werden auf insgesamt 18 graphisch eindrucksvollen farbigen großformatigen Schautafeln präsentiert. Der Betrachter erfährt in Wort, einschließlich Zitaten, und in Verbindung mit historischen und aktuellen Bildern sowie Grafiken, dass zahlreiche Bräuche und Feste im menschlichen Alltag durch diechristliche Religion geprägt sind. Kirchliche Rituale haben sich über Jahrhunderte hinweg erhalten, deren konkrete Inhalte wenig oder überhaupt nicht (mehr) bekannt sind.

Die Ausstellung beleuchtet diese kirchlichen Traditionen und die ihnen zugrunde liegenden Wurzeln sowie teilweise auch Fakten zum historischen und aktuell gepflegten Brauchtum.

Bereits im Kreuzgang ist ein mit symbolischer Einfachheit nachgestalteter Kirchenraum mit den beiden "Brennpunkten Ambo und Altar" dargestellt. Auf der Tafel "Glauben und Feiern mit allen Sinnen" wird unter anderem die Bedeutung der verwendeten Farben erklärt. Was ist die Taufe und welche Rituale gibt es, welche historischen Begleiterscheinungen gab es? Als zweites Sakrament (heiliges Zeichen) wird über das Abendmahl und seine Bedeutung berichtet.

Firmung (katholisch) und Konfirmation (evangelisch) werden als weitere Zeichen zur Aufnahme in die Kirche beschrieben. Die Ausstellung beschäftigt sich ebenfalls mit Fragen wie "kirchliches Leben und Gemeinde" sowie "Kirche und Welt", auch mit "Diakonie" und "Versöhnung".

Zwei Schautafeln befassen sich mit der "Ehe und der kirchlichen Trauung". Die Bibel, so erfährt hier der Betrachter, bezeichnet die eheliche Gemeinschaft als ein "Geheimnis", das nicht durch den Segen des Pfarrers zustande kommt, sondern durch das "Einverständnis der Eheleute".

Sehr ausführlich und weit gespannt mit vier Schautafeln werden Fragen von "Sterben, Tod und ewigem Leben" beleuchtet.

In einigen Vitrinen sind zu den Texten passende und weiterführende Exponate aus dem Museum Zerbst und von Leihgebern zu besichtigen. Darunter befindet sich auch sich eine Taufschale aus dem 17. Jahrhundert, die die Evangelische Kirchgemeinde St. Nicolai und St. Trinitatis zur Verfügung gestellt hat.

Für das tägliche, auch christliche Leben von Bedeutung war die ausgestellte "Hauß -Postill" für "Christliche Haußväter und Hausmütter/ Kinder und Gesinde/ aufs füglichste zusammen getragen/ und in Fragen und Antworten ausgeleget".

Gezeigt werden ebenfalls Gesangsbücher und historische Poesiealben. Zu sehen sind auch einige sehr liebevoll gestaltete Tauferinnerungen aus dem Jahr 1880.

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