Schläge, Erniedrigungen, Isolation: Das Frauenhaus Bitterfeld-Wolfen ist Ansprechpartner für Frauen, denen häusliche Gewalt wiederfährt. Über die Hilfsangebote spricht Judith Kadow für die Volksstimme mit Hausleiterin Ines Chlebowski.

Volksstimme: Für wen sind Sie und das Frauenhaus Bitterfeld-Wolfen der richtige Ansprechpartner?

Ines Chlebowski: Wir helfen allen Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Die Gewalt kann viele Gesichter haben: von Schlägen über Erniedrigungen, seelische Gewalt bis zum Stalking. Aber auch Angehörige, die Rat suchen, können sich bei uns melden.

Volksstimme: Wie läuft der Erstkontakt meist ab?

Chlebowski: Telefonisch sind wir mit unserem Frauennotruf rund um die Uhr erreichbar. Oftmals wollen Betroffene einen Rat haben, welche Rechte sie haben, welche Zukunftsperspektiven es gibt. In akuten Fällen können aber auch neutrale Treffpunkte vereinbart werden und wir holen die Frauen ab. Die Schritte der ersten Begleitung sind alle kostenfrei. Die Unterbringung im Frauenhaus nicht mehr. Aber all diese Fragen werden ausführlich miteinander besprochen.

Volksstimme: Nun ist der Weg nach Bitterfeld-Wolfen weit. Kommen Sie bei Bedarf auch nach Zerbst?

Chlebowski: Ja. Wir sind für Zerbst mit zuständig und auch Zerbster Frauen nehmen unsere Beratung in Anspruch. Persönliche Beratungen vereinbaren wir in Zerbst je nachdem, wo die Frauen es wünschen. Es gibt Räume in der Landkreisverwaltung, die wir nutzen können, oder es wird ein Treffen in einem Café.

Volksstimme: Wie sind sie zu erreichen?

Chlebowski: Der Frauennotruf ist unter der Nummer (0 34 93) 3 10 54 erreichbar, das Frauenhaus liegt in der Fritz-Weineck-Straße 4 im Ortsteil Wolfen.

www.frauenzentrum-wolfen.de