Der Ortschaftsrat Lindau hat sich mit den geplanten Haushaltsansätzen für 2012 befasst. Widerspruch rief die Reduzierung der Mittel für die Burganlage hervor. Zugleich sollen Gelder für die technische Aufrüstung der Grundschule eingestellt werden.

Lindau l "Das Einzige, was mich ärgert, sind die Mittel, die wir an der Burg einsetzen", sagte Ortsbürgermeister Helmut Seidler. Statt 10000 Euro wie 2011 ist für nächstes Jahr nur noch die Hälfte vorgesehen. "5000 Euro sind verflucht wenig Geld." Damit könne er sich nicht einverstanden erklären, meinte Seidler. Zumal sie dort derzeit im Rahmen der Bürgerarbeit und über das Programm "Aktiv zur Rente" sechs Beschäftigte im Einsatz haben. Beide Maßnahmen laufen über drei Jahre und ermöglichen die Umsetzung verschiedener Projekte.

Eines, das Seidler besonders am Herzen liegt, ist die Umsetzung eines Wegenetzkonzeptes, das bereits seit zwei Jahren in der Schublade ruht. Dieses sieht neben Rundwegen um die Burganlage ebenfalls deren Anbindung zur Stadtkirche vor. Vor dem Hintergrund wies der Ortsbürgermeister erneut auf die entwicklungsgeschichtliche Bedeutung der historischen Bauwerke mit der Burg als weltliche und der Kirche als geistliche Kraft hin. Ziel ist es, Beides im Zusammenhang zu betrachten. Wer da Einfluss habe, möge entsprechend auf den neu gewählten Gemeindekirchenrat einzuwirken, rief Seidler seine Ratskollegen auf. Ein gutes Vorbild wäre der traditionelle Adventsmarkt, den die Kirche alljährlich gemeinsam mit den Lindauer Vereinen, Einrichtungen und Gewerbetreibenden veranstaltet - 2012 jährt sich diese Kooperation zum zehnten Mal.

Mit einem "Whiteboard" den Unterricht modernisieren

Darüber hinaus schlug Seidler eine technische Aufrüstung der Grundschule an der Burg vor, die inzwischen genau wie schon zahlreiche Haushalte von Lindau ans schnelle Internet angebunden ist. Dabei dachte er an die neuen Möglichkeiten, die der DSL-Zugang für den Unterricht gewährt, aber auch an das veraltete Computer-Kabinett.

Hinsichtlich einer Modernisierung schwebte dem Ortsbürgermeister zudem die Anschaffung eines so genannten "Whiteboard" vor. Dabei handelt es sich um eine interaktive Tafel, auf die Inhalte vom angeschlossenen Computer projiziert werden können und die sich als Touchscreen nutzen lässt. In der evangelischen Bartholomäischule in Zerbst wird bereits damit gearbeitet. Die Kosten für solch eine digitale Tafel bezifferte Seidler mit 5000 Euro.

Die Straße von Lindau nach Kerchau blieb bei der Haushaltsberatung ebenfalls nicht unerwähnt. Eigentlich war vorgesehen, die Fahrbahn mit Geldern aus dem vom Land aufgelegten Schlaglochprogramm zu sanieren. Die Hoffnung zerschlug sich allerdings rasch. Die Mittel, die der Einheitsgemeinde Stadt Zerbst zugeteilt wurden, reichten nur für eine Maßnahme aus. Während so die marode Strecke zwischen Töppel und Güterglück eine neue Asphaltdecke erhielt, wurden die Löcher in der Straße nach Kerchau nur ausgebessert. "Wir müssen die Straße mal generell auf die Tagesordnung setzen", meinte Seidler. Dabei war ihm bewusst: "Einen grundhaften Ausbau werden wir nicht hinkriegen."

Ingo Sinast sprach noch das Bürgerhaus an. Konkret bezog er sich auf die Dachrinne an der Straßen zugewandten Seite und das Fallrohr, das im Winter vereiste. Dadurch drang Wasser in den Saal ein. Die Sache selbst sei repariert worden, bemerkte Seidler. Noch offen ist die angedachte Beheizung, um ein erneutes Zufrieren zu verhindern.