Eine schlechte Nachricht für die Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg. Der Planentwurf für die :indenergienutzung in der Region ist vom Ministerium für Landesentwicklung beanstandet wurden.

Köthen/Zerbst l Die Information überbrachte Marion Schilling, Geschäftsstellenleiterin der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg, der Versammlung der Planungsgemeinschaft in Köthen: Sachsen-Anhalts Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr habe die Gemeinschaft aufgefordert, den Planentwurf für die Windenergienutzung in der Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zurückzuziehen, weil bestimmte Stellen darin beanstandet worden sind. Details kenne sie aber noch nicht, so die Geschäftsstellenleiterin.

Die Versammlung lehnte vorigen Donnerstag einstimmig ab, den Entwurf zurückzuziehen. Offenbar sollen nun die Einwände des Ministeriums schnell geprüft werden, damit der Plan - mit erforderlichen Korrekturen versehen - baldmöglichst in Magdeburg abgenickt werden kann.

Trotzdem schiebt der Rückschlag eine verbindliche Regelung noch weiter hinaus. Der Planentwurf liegt nämlich schon seit geraumer Zeit in Magdeburg. Noch vor einigen Wochen zweifelte die Regionale Planungsgemeinschaft nicht daran, dass das Ministerium dem Dokument demnächst grünes Licht gibt. Nun war diese Hoffnung wohl erst einmal umsonst. Im Planentwurf legte die Regionale Planungsgemeinschaft Eignungsgebiete für die Nutzung der Windenergie im Raum Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg fest. Demnach dürften keine Windkraftanlagen in den Landstrichen gebaut werden, die nicht als solche Vorranggebiete ausgewiesen sind.

Damit widerspricht der Planentwurf den Absichten mancher Unternehmen aus der Branche, die neue Windenergieparks in der Region errichten wollen. Dabei geht es unter anderem um Flächen bei Gröbzig und Hinsdorf. Fordert das Land jetzt etwa auf, mehr Flächen für solche Anlagen auszuweisen? Marion Schilling verneinte dies auf Nachfrage. Ihr zufolge betreffen Beanstandungen aus Magdeburg mehr formell-juristische Punkte bei solchen Themen wie etwa dem Repowering, also dem Ersetzen alter Anlagen durch neue. Die in Details noch unbekannten Beanstandungen des Landesministeriums dürften neue Hoffnungen bei den Windenergie-Unternehmen wecken.

Doch selbst wenn sich die Zahl der Eignungsflächen für Windenergie nicht erhöht, wird sich die Branche kaum geschlagen geben. Der Dessau-Roßlauer Oberbürgermeister Klemens Koschig, Vorsitzender der Regionalen Planungsgemeinschaft, rechnet jedenfalls mit gerichtlichen Klagen auf diesem Gebiet.

Erfreulicher für Koschig ist die Tatsache, dass die Planungsgemeinschaft dieser Tage ihr zehnjähriges Bestehen feiern kann. Ende 2001 war das Gremium, dem Landräte, Bürgermeister, Mitglieder der Kreistage und Gemeinderäte sowie Vertreter wichtiger Institutionen wie der Hochschule Anhalt (FH) angehören, gegründet worden. "Die Region ist in den zurückliegenden Jahren enger zusammengerückt", meinte Koschig, der den Vorsitz des Verbandes seit 2007 innehat. Die Region widme sich ausgewogen der Entwicklung ihrer Zentren wie auch des ländlichen Raumes. Er hoffe auf die Fortsetzung im Jahr 2012.