Über der Tür zum Reich von Alfred Gensecke hing gestern eine schmucke Girlande. "Happy Birthday" stand drauf. Einige Gratulanten sind in das Pflegeheim Am Plan gekommen, um zum Geburtstag zu gratulieren. Es war der Neunzigste des Rentners.

Zerbst l Im Zimmer von Alfred Gensecke horten sich Blumen und Präsente. Die ersten Gratulanten zu seinem gestrigen 90. Geburtstag kamen bereits am Vormittag. Sohn Walter Gensecke hat mit seiner Frau Reina Frähßdorf den Tisch gedeckt. Neben den vielen Blumen ist noch Platz für Kuchen, Kaffee und Schnittchen. Heimleiterin Renate Löbert-Kuklik überreicht ihr Geschenk und füllt die Sektgläser. Gegen Mittag kommt prominenter Besuch. Bürgermeister Helmut Behrendt hat ebenfalls Geschenke und Blumen dabei. Auch für sie findet sich noch ein Plätzchen.

Gelegenheit für Alfred Gen-secke im Kreis seiner Lieben auf ereignisreiche 90 Jahre zurück zu blicken. "Nie vergessen werde ich den Krieg und die russische Gefangenschaft danach", erzählt er. Aber es sollten auch wieder bessere Tage kommen. 1946 kam er frei. Beim Tanz in Thießen lernte er Emi kennen. "Ich habe sie nach Hause gebracht. Bis nach Ragösen bin ich mit ihr gelaufen. Das sind drei Kilometer und ich musste die ganze Strecke ja auch wieder zurück", erinnert er sich. "Was tut man nicht alles für eine schöne Frau", wirft der Bürgermeister ein. Und der weite Fußmarsch hat sich gelohnt. Im selben Jahr wurde geheiratet. Das Paar bekam zwei Söhne. Walter und Wolfgang. Inzwischen freut sich Alfred Gen-secke auch über Enkel und Urenkel. Viele von ihnen haben sich für den Nachmittag angekündigt. Die Blumen müssen dann wohl ein bisschen zusammenrücken. "Dann gehen wir runter in die Cafeteria. Dort gibt es Kaffee und Kuchen", erzählt das Geburtstagskind. Und dass Rosi und Sabine, die dort für die Backwerke verantwortlich sind, die Gäste immer ganz besonders freundlich bedienen.

Darauf scheint sich auch Yorkshire Terrier "Hexe" zu freuen. Sie wedelt mit dem Schwänzchen und hüpft freundlich um den Jubilar herum. "Wenn es heißt, wir besuchen Opa, ist sie immer die erste im Auto", erzählt Walter Gensecke, während er auf dem Gabentisch ein bisschen Platz macht.