Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist für viele Leute freie Zeit. Urlaub und Ausflüge bieten sich an. Was liegt im Trend? Wo kann man sparen? Und gibt es Hoffnung für Kurzentschlossene, noch in den Winterurlaub zu kommen? Wir haben uns in den Zerbster Reisebüros umgehört.

Zerbst l Die schlechte Nachricht vorne weg: Schnee zaubern kann man im Reisebüro auch nicht. "In Deutschland sieht es schlecht aus mit Wintersport und Schneewanderungen", sagt Carmen Fonfara vom Reisebüro "LD-Touristik" und ihre Kollegen Andrea Bartholomäus ("Reisebüro Ruthe") und Torsten Pessel ("Terra Travel") pflichten ihr bei.

Einigkeit herrscht bei den Experten auch hinsichtlich der Alternativen. "Eine Wettergarantie gebe ich nicht", sagt Carmen Fonfara. Aber mit Österreich könne man nicht viel falsch machen. Je näher am Gletscher, desto wahrscheinlicher ist die weiße Pracht, meint Carmen Fonfara. "Österreich ist recht teuer", ergänzt Torsten Pessel. "Wer eine günstigere Alternative sucht, ist in Tschechien gut aufgehoben. Schnee ist im Riesengebirge fast genau so sicher wie in Österreich und deutlich günstiger ist es auch."

"Wer in Deutschland bleiben möchte (oder muss, weil er schon gebucht hat), sollte vorher nach Schnee-Alternativen schauen", rät Andrea Bartholomäus. "Wellnessangebote, Badeanstalten, Skihallen, Kletterwände... Es gibt viele Möglichkeiten, die sich im Internet schnell recherchieren lassen und enttäuschte Gesichter vor Ort ersparen."

Sparen lässt sich auch bei der Wahl des Reisezeitpunktes. "Über Silvester wollen natürlich alle weg. Anfang Januar ist dagegen Saure-Gurken-Zeit", sagt Torsten Pessel. "Die erste Januarwoche bietet sich auch für Familien an, schließlich sind noch Ferien", ergänzt Carmen Fonfara. Und Andrea Bartholomäus hat noch einen besonderen Tipp parat: "Biathlon in Oberhof. Vom 6. bis 8. Januar kommen dort die Wintersportfans auf ihre Kosten. Hier lassen sich auch kurzfristig noch Übernachtungen und Tickets buchen."

Aber auch wer ganz spontan noch über Silvester verreisen möchte, braucht die Hoffnung nicht aufgeben. "Besonders beliebt sind Städtereisen", sagt Carmen Fonfara und zählt auf: "Dresden, Berlin, Hamburg - das sind natürlich die Klassiker. "Da gibt es genug zu schauen und man ist auf Schnee nicht so angewiesen wie im Wintersportgebiet." Die Experten machen Kurzentschlossenen Mut: Übernachtungen lassen sich in den Städten noch bekommen, mit einem Silvesterprogramm wird es natürlich schwierig", sagt Pessel. "Wer sich aber für eine Party am Brandenburger Tor begeistern kann und nur ein Hotelzimmer braucht, kann das durchaus noch realisieren."

Frühbucher sind klar im Vorteil und können sparen

"Dresden ist auch sehr schön", ergänzt Carmen Fonfara. Hier kann man auch ohne Silvesterprogramm im Hotel gut feiern. Rund um die Frauenkirche und die Semperoper ist zu Silvester volles Programm."

Selbst für Spontanurlauber, die ein Programm im Paket haben möchten, sieht sie noch Chancen. "Bei Spontanbuchungen muss man natürlich flexibel sein, aber mit ein bisschen Geduld bei der Suche ließe sich sicher noch etwas finden."

"Hamburg zu Silvester ist auch sehr schön", sagt Torsten Pessel. "Ich empfehle meinen Kunden dazu gerne einen Musicalbesuch. Der König der Löwen ist herrlich."

Dennoch raten Pessel und seine Kollegen zur Zeit eher zur Buchung des Sommerurlaubs. "Last-Minute lohnt sich nicht mehr. Je früher desto besser. Wer jetzt schon seinen Sommerurlaub bucht, kann ganz viel sparen."

Im Trend liegt laut Pessel der Sommerurlaub im Winter. "Viele Leute wollen weg vom Stress unter dem Weihnachtsbaum und machen sich auf gen Süden."

Kurze Flugzeit und sommerliche 25 Grad

Auf Sommerklassiker wie Mallorca und die Türkei sollte man jetzt allerdings verzichten. "Dort ist bestenfalls Herbstwetter", so Pessel. "Rund um den Atlantik sieht es schon besser aus. Bei etwa 25 Grad lässt es sich aushalten. Allerdings ist das Meer mit etwa 19 Grad recht kühl. Positiv schlägt aber die kurze Flugzeit zu Buche."

Wer es noch heißer will, muss über den großen Teich fliegen. "Karibik, Dominikanische Republik, Mexiko", zählt Andrea Bartholomäus auf. "Oder nach Asien", ergänzt Torsten Pessel. Nachteil ist die lange Anreise. "Zwei Wochen Zeit sollte man daher schon mitbringen."

Die Reiseexperten sind sich einig: Urlaub entspannt und lädt die Akkus auf. Und mit ein bisschen Recherche lässt sich für jeden das passende Reiseziel finden, ob spontan oder mit langer Planung.