Von Thomas Drechsel

Zerbst l Die Lebenshilfewerk Anhalt gGmbH und die Stadt Zerbst sind sich seit geraumer Zeit über bestimmte Abrechnungsmodalitäten zur integrativen Kindertagesstätte "Zum Knirpsentreff" uneinig. Deshalb war bereits im Sommer 2011 vereinbart worden, dass die Lebenshilfe die Trägerschaft über die Kita zum Sommer 2012 an die Stadt abgibt.

Allerdings möchte die Stadt die Einrichtung wieder an einen freien Träger abgeben. Vor dem Hintergrund hat die Lebenshilfe ihren Beschäftigten Aufhebungsverträge mit Wirksamkeit zum Ende der Kündigungsfrist angeboten. Sollten sie nicht unterschrieben werden, würde alternativ die Weiterbeschäftigung in anderen Lebenshilfe-Einrichtungen bevorstehen. "Die Beschäftigten wollen natürlich alle hier bleiben. Und wir wollen diese Mitarbeiterinnen natürlich auch nicht nach Wolfen oder Holzweißig verlieren", erklärte hierzu Kultur- und Sozialamtsleiter Andreas Dittmann.

Am 15. Dezember sei zwischen Stadt und Lebenshilfewerk vereinbart worden, das Übertragungsverfahren abzukürzen. Nunmehr soll die Stadt bereits zum 1. März 2012 die Trägerschaft zum "Knirpsentreff" übernehmen. In dem Fall wären die Aufhebungsverträge überflüssig. "Der Fachanwalt der Stadt erarbeitet gerade die Entwürfe zu den Überleitungsverträgen. Am 15. Januar sollen sie ausgehändigt werden", so Dittmann.

Wenn die Stadt ab 1. März 2012 Träger der Einrichtung ist, hat dies keinerlei Einfluss auf die Betreuungsverträge zwischen der Kita und den Elternhäusern der betreuten Kinder. Und auch das Kita-Konzept werde "ohne Wenn und Aber fortgeführt", so Dittmann. Verwaltungsintern würden die wirtschaftlichen Vorgänge der Einrichtung zu betrachten sein, "einige Kalkulationen werden vorzunehmen sein, und dann kann es in Ruhe übers Jahr in eine Ausschreibung zur Neu-Vergabe der Trägerschaft gehen. Der Trägerwechsel könnte auch sehr gut am Jahresende 2012 liegen."