Die Pyramide gehört zu Weihnachten wie das Feuerwerk zu Silvester. Neben dem Weihnachtsbaum ist sie in vielen Familien das Adventssymbol schlechthin. Mit viel Liebe zum Detail hat Erwin Erbe eine ganz besondere Weihnachtspyramide geschaffen.

Zerbst l Zum dritten Mal hat Erwin Erbe seine Weihnachtspyramide in diesem Jahr aufgebaut. Bei einem Spaziergang durch die Mozartstraße fällt das karussellartige Prachtstück sofort ins Auge. Viele Zerbster bleiben stehen und genießen den Anblick. Die größte Bewunderin des Lichtergestells ist Urenkelin Ruby Kucera. Die Vierjährige mag die Elche besonders gern, die sich im oberen Stockwerk der Pyramide befinden. Unten sind die Heiligen Drei Könige zu finden. "Und daneben hat Opa noch viele Tiere gestellt", erzählt Ruby und zeigt ein Rentier, das einen Weihnachtsschlitten zieht. Natürlich fehlen auch Maria und Josef mit ihrem Kind in der Krippe nicht.

Sogar an Futter für die Holztiere hat der Rentner gedacht. "Die fressen Heu", weiß Ruby und zeigt, dass Rentier und Kuh in ihrer Krippe noch genug davon haben.

Ein halbes Jahr hat Erwin Erbe an seinem Weihnachtskunstwerk, das auch noch nach der Adventszeit begeistert, gearbeitet. Von den Engelchen bis zum Weihnachtsmann - alle Figuren sind von Hand gefertigt. "Ich war so vertieft in meine Pyramide, dass die Mutti mir schon die rote Karte zeigte", erzählt der gelernte Zimmerer schmunzelnd. "Aber es hat sich gelohnt", sagt seine Frau Anneliese, die die rote Karte längst zurückgezogen hat. "Für die Figuren habe ich Schablonen angefertigt, dann wurde geschnitzt und geleimt, beim ersten Aufbau 2009 hatte ich Hilfe vom Schwiegersohn und aus der Nachbarschaft", erzählt Erwin Erbe.

Aufbau am ersten Advent, Abbau hat noch Zeit

Der Aufbau hat mittlerweile Tradition und wird mit einem kleinen Fest begangen. "Das machen wir immer am ersten Advent mit Glühwein und Fettstullen", erzählt Anneliese Erbe.

Schon im Hellen ist das Lichtergestell ein Hingucker, noch besser wird es im Dunkeln, wenn der 79-Jährige den elektrischen Antrieb anstellt. Ruby weiß genau, was dann passiert. Sie verfolgt das Schauspiel fast jeden Abend: "Dann leuchtet alles so schön, die Elche, Engelchen und die Könige drehen sich."

Um die Pyramide herum finden sich auch einige Pinguine. "Die gehören zwar nicht zur Weihnachtsgeschichte, aber die Kinder mögen sie", sagt Erbe und bringt damit seine Absicht auf den Punkt: Leuchtende Kinderaugen.

Mit dem Abbau hat er es in diesem Winter nicht eilig. "Vergangenes Jahr haben wir wegen der Schneemassen schon Ende Januar abgebaut, aber danach sieht es ja momentan nicht aus." Die Pyramide kann also noch eine Weile die Augen zum Leuchten bringen.

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