Zu acht Einsätzen rückten die Lindauer Kameraden in diesem Jahr aus. Ihre größte Herausforderung sind aber weder Brände noch technischen Hilfeleistungen. Es ist die Gewinnung neuer Kräfte für die Ortsfeuerwehr.

Lindau l "Wir müssen versuchen, Leute für die Feuerwehr zu gewinnen, sonst sieht es schlecht aus mit der Einsatzbereitschaft", erklärte Fritz Maschke. Der Ortswehrleiter von Lindau nutzte die Jahreshauptversammlung, um die anwesenden Kameraden auf die dringlichste Aufgabe aufmerksam zu machen: das Anwerben weiterer Mitglieder.

Aktuell verfügt die Ortsfeuerwehr über 22 aktive Kräfte. "Leider besteht die Einsatzabteilung nur aus männlichen Kameraden", bedauerte Maschke. Dass die Absicherung der Einsatzbereitschaft künftig nicht ohne das weibliche Geschlecht funktionieren wird, merkte auch der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverband Köthen-Zerbst/Anhalt, Siegfried Schellin, an.

Unterdessen wies der 2. stellvertretende Zerbster Stadtwehrleiter Detlef Both auf das Problem der immer älter werdenden Kameraden hin. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl besitze die Ortsfeuerwehr eigentlich zu wenig junge Leute, meinte er. Über die Bedeutung der Nachwuchsarbeit waren sich dabei alle einig. In Lindau spiegelt sich diese in den Aktivitäten der Jugendfeuerwehr und der Anfang Juni erfolgten Gründung der Kinderfeuerwehr wider.

Nicht fehlen durfte an diesem Abend ein Blick in die Einsatzstatistik. Wie Fritz Maschke berichtete, rückten die Kameraden 2011 achtmal aus. Die Alarmierungen wurden durch jeweils zwei Brände, Unfälle und Hilfeleistungen sowie Brandmeldeanlage ausgelöst. Drei der Einsätze brachen die Blauröcke ab, weil nach ihrer Ankunft kein Handlungsbedarf mehr bestand.

Obwohl es die Bezeichnung "Stützpunktwehr" nicht mehr gebe, für Lindau treffe sie zu, fand Thomas Sanftenberg. Der Sachbearbeiter Brandschutz der Zerbster Stadtverwaltung lobte die "sehr starke Einsatzabteilung". Daneben gestand auch er, dass es hier wie überall das Problem gebe, neue Kräfte zu gewinnen und die aktiven bei der Stange zu halten. Nichtsdestotrotz sollten sie da dranbleiben, motivierte er die Kameraden.

Diese absolvierten in den zurückliegenden Monaten insgesamt 662 Ausbildungs- und Dienststunden. Nicht eingerechnet ist die für die Einsätze aufgewendete Zeit, wie Fritz Maschke ausführte. Er erwähnte ebenfalls die Teilnahme einiger Kameraden an den angebotenen Lehrgängen auf Kreisebene sowie an der Brandschutz- und Katastrophenschutzschule Heyrothsberge.

"Feuerwehrleute sind keine billigen Arbeitskräfte", betonte Maschke. Er bedauerte, dass die Arbeit der Feuerwehr immer mehr zweckentfremdet ausgenutzt werde. Beispiele nannte er nicht. Worauf er indes einging, war die Unterstützung, die die Lindauer Blauröcke dieses Jahr leisteten und zwar beim Auf- und Abbau des Ausbildungszeltlagers der Jugendfeuerwehren der Einheitsgemeinde Stadt Zerbst sowie der Durchführung der innerstädtischen Feuerwehrausscheide.

Zugleich bedankte sich der Ortswehrleiter bei allen Kameraden für ihr ehrenamtliches Engagement sowie dafür, dass alle Einsätze gefahren werden konnten und die Lindauer wissen, dass da im Ernstfall eine gute Truppe bereitsteht. Darüber hinaus richtete Maschke ein Dankeschön an den Förderverein der Ortsfeuerwehr für die Ausrichtung verschiedener Veranstaltungen wie dem Maibaumrichten oder das Weihnachtsbaumverbrennen. Das gesellschaftliche Leben in Lindau sei recht vielfältig. Dazu trage auch die Feuerwehr bei, dankte Ortsbürgermeister Helmut Seidler den Kameraden für die geopferte Freizeit und Kraft.

Zu Beginn der Jahreshauptversammlung erwiesen die Anwesenden den ehemaligen Lindauer Wehrleitern Erich Willno und Helmut Koppensdorf die letzte Ehre. In einer Schweigeminute gedachten sie der beiden verstorbenen Kameraden.