Köthen/Zerbst l Überaus pünktlich hat der Jugendhilfeausschuss Anhalt-Bitterfeld bereits Mitte Dezember geschafft, sich zur Förderung der Jugendarbeit im kommenden Jahr zu verständigen. Jährlich werden aus Mitteln der so genannten Jugendpauschale zweckgebundene Zuwendungen an die kommunalen und freien Träger der Jugendarbeit im Rahmen eines komplexen Antragsverfahrens vergeben. Bislang warfen die jeweils bis spätestens Oktober einzureichenden Veranstaltungen, Projekte und Vorhaben immer wieder Fragen zur grundsätzlichen Förderfähigkeit auf. Denn die 2007 im ersten Anlauf zusammengemixten Vergaberichtlinien zur Jugendförderung aus allen drei Altkreisen taugte nicht wirklich für eine faire Beteiligung aller Projekte und Einrichtungen der Jugendarbeit.

Die Situation hat sich deutlich verbessert. Zum einen haben die Jugendhilfeausschuss-Mitglieder über die Zeit eine Vielzahl der Träger und Einrichtungen kennenlernen können. Zum anderen sind einzelne Altkreis-Spezialitäten nun vereinheitlicht oder abgeschafft worden.

Die für die Fördermittel 2012 entscheidende Sitzung befasste sich kaum noch mit Details. Die Liste der Antragsteller war lang, aber zwischenzeitlich bekannt, das Gros der Projektinhalte ebenso. Einzig Kreistagsmitglied An-dreas Wolkenhaar (CDU) meldete sich mit grundsätzlichen Bemerkungen. Es sei nicht richtig, Playstation und andere elektronische Freizeit-Gerätschaften zu fördern, aber Besuche von Ausstellungen zur Euthanasie und ähnlichem nicht. "Wir sollten unsere Förderrichtlinie präzisieren, so dass künftig Ausflüge in die schwierige deutsche Geschichte bezahlt werden können. Denn die Jugend wird derartige Ausflüge nie freiwillig selbst bezahlen." Hierauf reagierte Andreas Dittmann, der die Dezember-Sitzung leitete, ganz knapp mit der Nachfrage, ob Wolkenhaar einen konkreten Änderungsantrag einbringen wolle. Dies unterblieb jedoch.

Die im Ausschuss beschlossene Verteilung der Jugendförderung ist Bestandteil des Haushaltsentwurfes des Kreistages. Bis er genehmigt ist, müssen die Förderzusagen noch als unsicher gelten.