Sowohl der Sozial- als auch der Bauausschuss haben dem Vorhaben zugestimmt, im Zerbster Schloss eine dauerhafte Grablege der in St. Bartholomäi zwischengelagerten Särge zu schaffen. Die abschließende Entscheidung dazu trifft der Stadtrat.

Zerbst l Goldene und silberne Tressen, Vergoldungen, prächtiger Brokatstoff - die einstige Pracht der fürstlichen Särge, die zur Zeit in St. Bartholomäi untergebracht sind, lässt sich hier und da noch sehen. Dass diese Särge, würdig aufgebahrt und auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, ein unglaubliches touristisches Plus für Zerbst sind, ist unbestritten. Ein wichtiger Schritt zu diesem Ziel ist nun durch die Mitglieder des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses sowie des Sozial, Schul-, Kultur- und Sportausschusses gemacht worden. Jeweils einstimmig sprachen sie für eine dauerhafte Grablege im Zerbster Schloss aus.

Dirk Herrmann, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Zerbst, stellte zuvor dar, wo die Särge ihre neue Heimat finden würden - im Nordflügel, in den ehemaligen Küchenräumen im Corps de logis. "Der Zugang wäre barrierefrei, die Räume lassen sich getrennt vom Ostflügel des Schlosses erschließen und dort sind schöne Gewölbe erhalten", nannte Herrmann einige Fakten, die für den Standort sprechen. Ein weiterer Faktor ist, dass diese Räume nicht Teil des FFH-Gebietes zum Schutz der Fledermäuse sind. Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie unterstützt diese Platzwahl, da sie der historischen Unterbringung der Särge im einstigen Westflügel am nächsten kommt.

Allerdings ist es notwendig, einige Sicherungsarbeiten an den Kellergewölben und überliegenden Geschossen vorzunehmen. Dazu - sollte abschließend der Stadtrat der dauerhaften Einrichtung der Grablege zustimmen - wird die Stadt Zerbst gemeinsam mit dem Förderverein, einen Antrag an Bund, Land und Stiftungen zur Förderung der Herrichtung stellen.

Der Ehrgeiz ist da, die Grablege langfristig Touristen zugänglich zu machen. Dazu ist auch die Restaurierung der 17 Särge notwendig, die aus der Zeit zwischen 1621 und 1760 stammen. Im Juli wird durch die Fachhochschule Potsdam im Rahmen einer studentischen Arbeit ein konservatorisches Konzept erstellt. Dieses kann dann Grundlage für ein Leistungsverzeichnung zum Umfang der notwendigen restauratorischen und konservatorischen Maßnahmen sein.

Mit der Zustimmung zur dauerhaften Grablege verpflichtet sich der Stadtrat auch, dass auf Grundlage des zu erarbeitetenden konservatorischen Konzeptes durch die Stadt Zerbst in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Schloss Zerbst die Antragstellung zur Förderung der Finanzierung erfolgt.