Wie barrierefrei ist Magdeburg? Was müsste dringend verändert werden? Eine neue Dringlichkeitsliste für Barrierefreiheit in der Stadt stand im Mittelpunkt des Treffens der AG Menschen mit Behinderung im Rathaus. Der Franckesaal war bis auf den letzten Platz besetzt.

Magdeburg l Schaut man auf die letzten zehn Jahre zurück, hat sich vieles getan, sagt Hans-Peter Pischner, Behindertenbeauftragter der Stadt. Das jedoch ändert nichts daran, dass noch vieles zu tun ist. In der Arbeitsgemeinschaft "Menschen mit Behinderung" wurde deshalb über die nächsten Vorhaben beraten. Heiß diskutiert wurde erwartungsgemäß die Haltestellengestaltung. Dazu war MVB-Mobilitätsberater Alfred Bartsch eingeladen worden, der über die Vorhaben der Verkehrsbetriebe Auskunft gab.

So soll in diesem Jahr, im zweiten Quartal, endlich die Haltestelle am Zoo barrierefrei werden. Zudem wird der Haltebereich am Domplatz (Nordseite) umgebaut, an der Alten Staatsbank ist ein Haltestellenpaar geplant. (Weitere Infos im Beitrag rechts.)

Vorerst keine Besserung gibt es für die Verbindung nach bzw. von Diesdorf und Sudenburg/Ottersleben und Diesdorf. "Gehbehinderte Menschen sind dadurch von der Innenstadt abgeschnitten", ist die große Kritik in der AG. Pischner bezeichnet es als "unverständlich, dass an der Endstelle Sudenburg/Braunlager Straße nicht wenigstens ein Provisorium möglich sein soll". Dort können Rollstuhlfahrer weder ein- noch umsteigen, auch eine Weiterfahrt mit dem Bus ist unmöglich. "Vielleicht genügt vorübergehend eine Art Aufschüttung, das kann doch nicht so schwierig sein."

Auf der aktuellen Dringlichkeitsliste stehen außerdem öffentliche Gebäude wie die Verwaltung in der G.-Hauptmann-Straße (nicht barrierefrei zugänglich) sowie das Bürgerbüro Mitte (für den Einbau eines behindertengerechten Podest-Hubliftes) oder auch die Forderung nach einem Behinderten-WC im Bereich Klosterbergegarten/Sternbrücke. Kritisiert wird, dass die Bahnsteige 2, 3 und 4 auf dem Hauptbahnhof nicht über Aufzüge erreichbar sind. "Da muss dringend etwas geschehen." Zudem sollen weitere Ampelanlagen mit akustischer Signalisierung ausgestattet werden.

Die Dringlichkeitsliste sind "konzeptionelle Handlungsempfehlungen" für die Stadt. Nach dem Stadtratsbeschluss kommt die Umsetzung nach zwei Jahren auf den Prüfstand.

Zu den bereits erreichten Veränderungen gehören u.a. barrierefreie Zugänge zu Schulen und fast allen kulturellen Einrichtungen.

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