Dem Verein zum Erhalt der Düppler Mühle ist eine Druckplatte zur Verfügung gestellt worden, die 1945 gefunden wurde. Die Kupferstichplatte ist nun erstmals nach 68 Jahren vom Künstler Gerd Bunzenthal wieder genutzt worden. Bilder sollen hergestellt werden, so dass sie wieder genutzt werden kann.

Neu-Olvenstedt l Sie misst etwa 17,5 mal 12 Zentimeter und besteht aus Kupfer. Ein Bild der Düppler Mühle ziert die Tiefdruckplatte, die etwa 67 Jahre alt ist. Mit der Radierung lassen sich Abzüge des Motivs des heutigen Baudenkmals, das im Jahr 1845 vom Müllermeister Heinrich Lange erbaut wurde, anfertigen. "Doch dies ist nicht so einfach", merkt Stephan Zimmerling vom Verein zum Erhalt der Düppler Mühle an. Der Weg führt schließlich zu Künstler Gerd Bunzenthal, der sich der Platte annimmt.

Sie wird zunächst mit Tiefdruckfarbe bestrichen. Diese wird mit einem Tuch oder dem Handballen so verrieben, dass sie in die Vertiefungen vordringt. Bevor die Tiefdruckplatte anschließend in eine Druckmaschine gelegt wird, fügt Gerd Bunzenthal ein angefeuchtetes Tiefdruckpapier zwischen Platte und Maschine. Beim Druckvorgang wird eine Walze mit enorm hohem Druck über die Platte samt Papier gezogen, wobei die gesamte Kraft auf bestimmte Punkte der Platte wirkt und die Farbe nicht verwischen kann. Nachdem die Walze mehrfach über die Tiefdruckplatte gezogen wurde, werden Platte und Papier vorsichtig voneinander getrennt, um das Bild zu betrachten. Zum Abschluss des Vorgangs wird der Druck von Gerd Bunzenthal flachgepresst, um zu verhindern, dass sich das Papier wellt. Fertig.

Stephan Zimmerling: "Wir möchten Abzüge der Platte während des 20. Deutschen Mühlenfestes, das am 20. Mai ausgetragen wird, als Erinnerungsstücke an die Düppler Mühle anbieten." Wie schwer es ist, an Bildmaterial und Informationen über die Holländermühle, die an die Erstürmung der Düppeler Schanzen (dänisch: Dybb0l Banker) nördlich von Flensburg unter Beteiligung von Magdeburger Pionieren während des Deutsch-Dänischen Krieges am 18. April 1864 erinnert, wie es heißt, hat der Verein selbst erfahren müssen. "Kaum jemand kann helfen", so Zimmerling. Daher sei man "sehr froh, die Tiefdruckplatte erhalten zu haben."

Sie stammt aus einem Nebengebäude der Mühle, das als Küche für Zwangsarbeiter genutzt wurde. "In den 1950er Jahren wurde die Platte wohl von einem Zeichenlehrer in einer Art Linolschnitt-Technik abgezogen", vermutet der Apotheker. Fragen gibt es noch viele: Wer war der Künstler des Motives? Hat er etwa spiegelverkehrt gearbeitet, damit der Abzug dann originalgetreu ist? Wer kann Angaben zur Nutzung der Mühle sowie des Anbaus machen?

Für Hinweise dazu sowie für Fundstücke und Bildmaterial sind der Verein zum Erhalt der Düppler Mühle per E-Mail an info@dueppler-muehle.de sowie der Vorsitzende Rolf Weske unter Telefon 7 21 97 76 zu erreichen. Möglichkeiten der Kontaktaufnahme bestehen auch über das soziale Netzwerk Facebook: www.facebook/VereinDuepplerMuehle.

www.dueppler-muehle.de