Ein Wunsch vieler Elbestädter wird Wirklichkeit, die Hubbrücke öffnet wieder. Die Magdeburger selbst haben dafür gesorgt - mit einer einzigartigen Spendenaktion.

Altstadt l Die Hubbrücke gehört zu Magdeburg wie der Dom, der Reiter oder das Kloster. Zwar ist sie lange nicht so alt und historisch gesehen auch nicht so bedeutsam. Aber der stählerne Koloss ist als stadtbildprägendes Bauwerk im Elbpanorama längst im Herzen der Elbestädter verankert: als Übergang über den Fluss - vor allem in den Jahrzehnten, in denen die Sternbrücke noch nicht wieder aufgebaut war.

Das Aus für die Öffentlichkeit kam 2001

Doch mit dem Aus des Elbbahnhofs als Eisenbahnanlage kam auch das Ende der Hubbrücke. Morsche Bohlen, fehlende Treppenstufen für das nach oben gezogene Hubteil, klappernde Metallbleche sowie hoher Investitionsbedarf sorgten 2001 für die Sperrung des denkmalgeschützten Elbübergangs. Die Bahn als Eigentümer wollte die Unterhaltung nicht mehr übernehmen.

Dass es nun anders kam, ist vielen Magdeburgern und dem wirtschaftlichen Interesse eines Magdeburger Bauunternehmers zu verdanken. Investor Rolf Onnen wollte den Elbbahnhof als Wohnstandort entwickeln, bekam das Gelände aber vor drei Jahren nur im Paket mit der Hubbrücke. Onnen: "Da hatten wir die Idee: Warum machen wir aus der Not nicht eine Tugend?"

Der Unternehmer übertrug die Hubbrücke (und auch die beiden Folgebrücken über Taube und Alte Elbe) dem Verein zur Rettung der Hubbrücke, dem er selbst vorsteht.

So wurde eine große Bürgerbeteiligung mit dem Verkauf von gravierten Bohlenbrettern und Metallschildern möglich. Die pfiffige Vereinsidee traf den Nerv der Magdeburger: 1100 verkaufte Holzbohlen und 360 Metallschilder sorgten für eine Einnahme von 150000 Euro. Unterstützung kam außerdem von Behörden, die Beschäftigungsmaßnahmen für den Einbau der Bohlen auflegten.

Nun steht der Termin fest: Am 31. August wird die Brücke geöffnet. Magdeburg bekommt seine fünfte öffentliche Elbquerung zurück. Rolf Onnen. "Ich danke allen. Ohne die große Unterstützung wäre das niemals möglich geworden."

Brückenzoll zur Eröffnung soll weiteres Geld besorgen

Da auch für die Reparatur und die Unterhaltung Geld beschafft werden muss, gibt es die nächste pfiffige Idee. "Wir werden am Eröffnungstag jeden Brückenbesucher um einen Euro Brückenzoll für die Hubbrücke bitten", so Onnen. Außerdem lädt Onnen am Tag nach der Eröffnung zu einem Brückendinner ein (Kontakt siehe Infokasten).

Zusätzlich versteigert Onnen schon jetzt ein Großgemälde, das ein Oldenburger Künstler zugunsten der Hubbrückenaktion geschaffen hat (siehe Foto oben). Das Mindestgebot liegt bei 1000 Euro für das Original. Fotokopien sind ab 250 Euro zu haben.

Onnen kündigte unterdessen die nächste Aktion an. Für die Finanzierung eines neuen Farbanstrichs der Brücke nach Denkmalschutzvorgaben sollen gestaltete Farbdosen in Umlauf gebracht werden.

Nicht ausgeschlossen ist ebenfalls, dass später auch die gesperrten Brücken über die Taube und Alte Elbe wieder begehbar gemacht werden - wenn die Magdeburger ebenso mitziehen wie bei ihrer Hubbrücke.

 

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