Magdeburg. Über Maßnahmen, die in der Quartiersvereinbarung für Neu-Olvenstedt festgeschrieben sind, informierte eine öffentliche Zusammenkunft. Bewohner des Stadtteils nutzten die Gelegenheit für Nachfragen.

Die Fortschreibung der Quartiersvereinbarung zwischen Stadt und Wohnungsbauunternehmen und -genossenschaften, die in Neu-Olvenstedt Wohnungen unterhalten, läuft. Nach Auskunft des Baubeigeordneten Dieter Scheidemann hätten sich einige Unternehmen noch Zeit erbeten, die Maßnahmen, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen, anzugeben. Dass diese Maßnahmen mehr den Abriss als den Rück- oder gar Neubau betreffen, hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt. "Diese werden sicherlich in einigen Bereichen noch geplant sein", so Scheidemann, der für die Zukunft ein positives Bild für den Stadtteil sieht. Dies liegt unter anderem an den Bebauungsgebieten für Einfamilienhäuser, in denen am Carl-Krayl-Ring, dem Düppler Grund an der Olvenstedter Chaussee und am Rennebogen Familien angesiedelt werden sollen. Die Nachfrage sei groß, aktuell sei für das künftige Eigenheimgebiet am Rennebogen, das von der Stadt vermarktet wird, nur noch ein Grundstück nicht vergeben. Die neuen Bewohner sollen dazu beitragen, die rückläufigen Bevölkerungszahlen zu stoppen: Bis zum vergangenen Jahr wies die Entwicklung ein negatives Saldo aus. Wohnten 2011 10 700 Einwohner im Stadtteil, waren es 2012 10 519 Neu-Olvenstedter, die gezählt wurden.

Diejenigen, die dem Stadtteil während der umfangreichen Veränderungen durch Abrisse und Rückbaumaßnahmen die Treue hielten, äußerten sich kritisch über die Entwicklung. Nicht immer seien die von den Wohnungsunternehmen getroffenen Entscheidungen nachvollziehbar, warf ein Besucher ein und nannte den Abriss des Flachbaus im Fliederhof an der Johannes-Göderitz-Straße, der mit seiner kunstvollen Verzierung ein Blickfang gewesen sei, als Beispiel. Ausstehende Sanierungsmaßnahmen und die Reduzierung von Abfalltonnen wurden von Mietern der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) Magdeburg kritisiert. Nicht nachvollziehbar sei die Umsetzung des Abrisses in der Hans-Grade-Straße 51-53, so ein Anwohner: "Durch die Zerkleinerung der Betonplatten direkt vor Ort durch das Abrissunternehmen wird so viel Staub und Schmutz aufgewirbelt, so dass nur in meinem Kühlschrank kein Schmutz zu finden ist. Überall ist es dreckig. Das ist eine Zumutung", beklagte der Senior, der sich von der zuständigen Genossenschaft im Stich gelassen fühlt. Harald Kattein vom Stadtteilsender "Olven-TV", seit Jahren ein Begleiter des Umbaus in Neu-Olvenstedt, bestätigte den negativen Eindruck. Als Anwohner der Johannes-Göderitz-Straße wusste er auch Positives zu berichten: "Wie die zuständige Genossenschaft die Umbaumaßnahmen kommuniziert hat, war vorbildlich. Wir Anwohner wussten zu jedem Zeitpunkt, welche Maßnahmen vorgenommen werden."

Vornehmen sollten sich nach einhelliger Meinung der anwesenden Bewohner vor allem Außenstehende, künftig auf den negativ behafteten Begriff des Plattenbaus zu verzichten, wenn von Neu-Olvenstedt die Rede sei. "Richtig heißt es Industriebau. Der Begriff ¿Plattenbau\' ist abwertend", warf ein Anwohner ein.

Die Quartiersvereinbarung nimmt die Volksstimme zum Anlass, die Maßnahmen der Wohnungsunternehmen in einer Serie vorzustellen.

Lesen Sie am Sonnabend in der Magdeburger Volksstimme: Die MWG-Magdeburg.