Magdeburg (ri) l Magdeburg ist eine lebenswerte Stadt. Das sagen nicht allein die Ur-Magdeburger, sondern auch Menschen, die in den vergangenen Jahren in die Elbestadt gezogen sind. In einer gemeinsamen Serie stellen Volksstimme und der Stadtmarketing-Verein Pro M Menschen vor, die hier heimisch geworden sind, die in Magdeburg Wurzeln geschlagen haben. Im abschließenden Teil: Stephen Gerhard Stehli.

Aus der Weltstadt New York über Karlsruhe, München, Genf und London in die Ottostadt Magdeburg. Stephen Gerhard Stehli wurde im New Yorker Stadtteil Queens geboren und hat in seinem Leben schon viele große Städte gesehen. Zu Hause aber ist er nun schon seit über 20 Jahren in Magdeburg.

Bereut hat Stehli das nie: "Die Stadt hat mich sofort angesprochen, auch wenn die bauliche Situation mir teilweise sehr herausfordernd erschien. Vor allem bin ich mit den Menschen hier gut ausgekommen, hatte immer eine gute Beziehung zu ihnen. Auch die Lage der Stadt war ansprechend, im Grünen und zentral."

Von seinen Eltern, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Amerika eine berufliche Existenz aufgebaut hatten, wurde er protestantisch erzogen, er ist ökumenisch gesinnter, bewusster evangelischer Christ und entdeckte schon früh seine Freude an der kirchlichen Kultur. Als die Eltern sich 1975 entschieden, die Metropole New York zu verlassen und ins ländliche Menden im Sauerland zu ziehen, hatte der damals knapp 14-Jährige nicht viel mitzureden.

Nachdem er in München und Bonn erfolgreich Jura studiert hatte, suchte Stephen Gerhard Stehli nach einer beruflichen Perspektive. Er fand sie, in Magdeburg. Zunächst in der dortigen Staatskanzlei, dann im heutigen Kultusministerium.

Heute besetzt der Vizemagdeburger des Jahres zahlreiche Ehrenämter, begleitet als ordinierter Prädikant am Dom Taufen, Gottesdienste und Trauungen und steht der Magdeburger Johanniter Unfall Hilfe wie dem Domförderverein vor, mit dem er bereits zahlreiche Projekte umgesetzt hat. So auch die Restaurierung der Stufen zum Nordturm oder die Überarbeitung der Farbfenster in der Marienkapelle: "Das Wichtigste bei solchen Projekten sind die Bürger der Stadt, die sie tragen. Man kann noch so schöne Flyer drucken und Reden halten, aber wenn die Menschen hier keine so starke Bindung zu ihrem Dom hätten, wären solche Pläne nicht zu verwirklichen gewesen. Wenn ich sehe, was wir gemeinsam schon alles geschafft haben, erfüllt mich das mit großer Freude."

Bei seinen zahlreichen Domführungen merkt man dem Juristen nicht an, dass er kein gebürtiger Magdeburger ist, so stolz ist er auf seine Stadt und deren Entwicklungen. "Magdeburg ist noch dieselbe Stadt wie kurz nach der Wende, aber ganz anders. Viel positiver. Und wir liegen in Europa genau da, wo wir sein sollten. Zwischen Paris und Moskau, Stockholm und Rom, zwischen Bonn und Berlin", schwärmt Stehli.

Darum findet er es auch nicht vermessen zu glauben, dass Magdeburg 2025 Kulturhauptstadt Europas werden kann: "Schließlich waren wir das schon einmal, unter Kaiser Otto dem Großen, der hier mal eben seine Lieblingspfalz hinlegte. Mit unserer lebendigen Theater- und Kulturlandschaft und unserer Kathedrale brauchen wir uns in Europa nicht zu verstecken."

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