Unter Denkmalschutz
Bei der Hyparschale handelt es sich um eine Mehrzweckhalle im Stadtpark Rotehorn. Sie wurde 1969 erbaut und steht aufgrund ihrer Bauweise seit 1990 unter Denkmalschutz.

Magdeburg l Mit einer Teilsanierung für rund 1,8 Millionen Euro soll die Hyparschale vor dem weiteren Verfall gerettet werden. Das hat der Stadtrat am Donnerstag entschieden. OB Lutz Trümper (SPD) ist sich sicher, einen Investor für die Nutzung zu finden.

So wie Hans-Jörg Schuster von der FDP dachte offenbar eine große Mehrheit im Stadtrat: "Wir müssen das jetzt machen, damit die Bude wenigstens stehen bleibt." Gemeint ist die Dachsanierung für die Hyparschale. Das bedeutende Baudenkmal von 1969 ist seit Jahren dem Verfall preisgegeben. Verkaufsversuche scheiterten samt und sonders.

Nach Schiffshebewerk und Salbker Wasserturm will Magdeburg aber nun auch dieses Wahrzeichen für die Nachwelt retten. "Wir wollen einen neuen Weg einschlagen und die Hyparschle in teilsaniertem Zustand Investoren anbieten", sagte Finanzbeigeordneter Klaus Zimmermann (CDU), der in der eigenen Partei dafür auf Gegenwind stieß. Die Fraktion hält die Reihenfolge für falsch: "Das Risiko, dass auch nach der Dachsanierung kein Investor da ist, ist uns zu groß. Wir möchten erst verbindlich wissen, wer es übernimmt", sagte CDU-BfM-Fraktionschef Wigbert Schwenke..

Darauf wollten sich die anderen Fraktionen nicht einlassen. "Wenn wir jetzt sagen, nein, wir suchen weiter einen Investor, dann hat sich das in fünf Jahren erledigt mit der Suche, weil das Dach dann sowieso zusammengestürzt ist", so FDP-Mann Schuster: "Wenn wir ernsthaft wollen, dass die Halle erhalten bleibt, müssen wir das jetzt machen."

Dafür erntete Schuster Applaus aus ungeahnter Richtung: "Herr Schuster, dass ich Ihnen mal aus vollem Herzen zustimmen kann, hätte ich auch nicht gedacht, aber ich mache das gern", erklärte Martin Rohrßen von der SPD: "Entscheidend ist der Punkt, dass wir einem Investor nach einer groben Dachsanierung eine gewisse Kostenverlässlichkeit geben. Das mag Investoren durchaus dazu bringen, ein Angebot abzugeben."

Reinhard Stern (CDU) sprach als Vorsitzender des Finanzausschusses hingegen von einem "verfrühten Weihnachtsgeschenk": "Wir haben eine Schule, für die wir noch keine Kostendeckung haben, die wir sanieren wollen, eine Million Euro fehlen uns da. Was durch Hochwasserschäden noch auf uns zukommt, ist noch gar nicht abzuschätzen. Und diese 1,8 Millionen für die Hyparschale werden nicht ausreichen, das prophezeie ich jetzt schon."

"Der Antrag der CDU ist schon verständlich", räumte Olaf Meister (Grüne) ein: "Aber die Hyparschale ist kein normales Objekt. Wenn wir den CDU-Antrag beschließen würden, stünde wieder alles auf Stopp." Davor warnte auch Frank Theile (Die Linke/Tierschutz): "Es gilt, die Hyparschale zu erhalten, auch wenn es mit finanziellen Risiken verbunden ist."

Oberbürgermeister Lutz Trümper zeigte sich von einem Erfolg überzeugt: "Wir haben uns jahrelang um eine Entscheidung herumgedrückt, ich auch. Ich bin mir jetzt aber auch sicher, dass wir jemanden finden, der Geld in die Hyparschale steckt."

Wer sich hinter der möglichen Investition verbirgt, wollte Trümper wegen der laufenden Verhandlungen nicht verraten. "Wir haben jemanden", so Trümper auf Nachfrage. Er sprach jedoch auch von einem "Plan B": "Meine Prämisse ist: Die Hyparschale muss jemand ohne Zuschuss der Stadt betreiben. Wir suchen niemanden, der Kostgänger ist. Aber es gäbe auch eine Lösung, die wir selbst machen könnten und die auch kostendeckend funktionieren würde."

Für die Sanierung, die aus einer Mehreinnahme der Stadt bezahlt werden soll, gab es eine breite Zustimmung. In etwa einem halben Jahr soll tatsächlich gebaut werden. Beschlossen wurde zugleich der Abriss der vier alten Messehallen.