Magdeburg l Seine Geschichtenlieder von Paule Platsch und dem Traumzauberbaum dürfen in keiner gut sortierten Musiksammlung eines Haushaltes mit Kindern fehlen. Sie sind ein Wohlklang auch in den Ohren Erwachsener. Reinhard Lakomy hat es vor allem mit seinen anrührenden und musikalisch anspruchsvollen Kinderliedern zu nationaler Berühmtheit als Komponist und Musiker gebracht. Für den versammelten Stadtrat - alle Farben einig - stand am Montagabend außer Frage, dass dem musikalischen Sohn der Stadt nach seinem Tode in Magdeburg ein ehrendes Gedenken gesetzt werden soll.

Wenn um die Benennung einer Straße nach seinem Namen dennoch so etwas wie eine Minidebatte entbrannte, hatte das seinen Hintergrund vielmehr in Formalien als in Vorbehalten gegen den im März Verstorbenen. Der Siedlerverein von Texas - hier im Nordwesten der Stadt ist Lakomy aufgewachsen - und die dortige Arbeitsgruppe Gemeinwesenarbeit hatten sich bei der Suche nach einer geeigneten Straße übergangen gefühlt und gegen die nun ausgewählte interveniert. Ein Wermutstropfen in der Genese der schönen Gedenk-Idee, der sich in einer Gegenstimme und einer Enthaltung (beide von den Grünen) bei der Abstimmung niederschlug. Beschlossene Sache ist mithin: Die passenderweise zur Kita Nordwest (hier wird Lakomys Liedgut rege und aus jungen Kehlen gepflegt) führende Stichstraße im neu entstehenden Wohngebiet in der Nachbarschaft zur Hugo-Junkers-Allee wird künftig den Namen Reinhard-Lakomy-Straße tragen. Lakomys Witwe hatte dem Vorhaben bereits im Vorfeld voller Freude zugestimmt, wie auch der Benennung von drei Kitas nach seinem Werk.

Der SPD-Antrag zur Taufe der drei in kommunaler Regie bis 2014 neu entstehenden Kindertagesstätten nach Themen aus Lakomys reichem Kinderliederwerk fand denn auch einstimmige Zustimmung im Stadtrat. Die drei Einrichtungen werden demnach "Traumzauberbaum", "Waldwuffel" und "Moosmutzel" heißen und der schöne Gedanke liegt nahe, dass Lakomys Lieder auch fürderhin drinnen gesungen werden. "Was für ein lebendiges Denkmal in seinem Sinne!", findet Monika Lakomy. Die Linke regte an, Lakomys Witwe zur Taufe von Straße und Kitas nach Magdeburg einzuladen. Sie lebt in Berlin.