Im Beruf und im Bekanntenkreis - ich kenne manchen, der schon Dienste im Ein-Euro-Job verrichtet hat. Hier haben sich zum Beispiel eine ganze Menge Magdeburger unverzichtbar gemacht, auf die die freie Wirtschaft allein aus Altersgründen verzichten zu können meint. Vielen Jobbern hapert es nicht an Bildung oder Selbstdisziplin, sondern hier an Gesundheit, da an Biegsamkeit und dort an einem Lebenslauf, der stromlinienförmig auf die Anforderungen heutiger Arbeitswelten zuläuft.

Die Stadt bedient sich solcher Menschen dazu, vielgelobte und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Projekte wie die "Megedeborch" möglichst billig auf die Beine zu stellen - dauerhaft. Die Türen der pädagogisch wertvollen Mittelalterschule für Kinder öffnen Arbeitslose im Weniger-als-Minijob seit nun schon 17 Sommern.

Die Stadt mag nicht das Geld haben, eintausend Ein-Euro-Jobs in echte umzumünzen. Im Einzelfall wäre das allerdings nur (ge)recht, wenn auch nicht billig - sei es durch Auftragsvergaben an freie Initiatoren. Die müsste man freilich anständig bezahlen. Aus welchem Topf? Nun, passt zum Beispiel die "Megedeborch" nicht ganz wunderbar zum Werbefeldzug für die Ottostadt? Warum nicht ein paar Großplakate weniger drucken und von dem Geld zwei, drei Leute bezahlen?