Magdeburg l "Wir sind hier erst fertig, wenn das Tor seine Krönung hat." Es klingt wie eine Kampfansage von Wigbert Schwenke, Chef des Kuratoriums für den Wiederaufbau des Sterntores, und das ist es auch.

Die "Krönung", eine überlebensgroße Figurengruppe, soll als letztes großes Projekt folgen. Kosten geschätzt: 250000 Euro. "Das ist mit Spenden allein nicht mehr zu stemmen", ahnt Schwenke. Doch darüber wird sich das siebenköpfige Kuratorium in der nächsten Zeit den Kopf zerbrechen.

Am Donnerstag war erst mal ein Freudentag für alle Beteiligten. Nach langer Vorarbeit konnte die Kartusche, das mit preußischem Wappen, Krone und Farnwedeln reich verzierte Mittelstück, über dem Torbogen eingesetzt werden. 500 Kilogramm wiegt die Kartusche in der Mitte. Mit den Seitenteilen war es fast eine Tonne, die mit Hilfe eines Krans eingehoben wurde. Ein historischer Augenblick für ein historisches Bauwerk.

Ortswechsel und Zerstörung

1723 war es von Festungsbaumeister Walrave als Tor zur Sternschanze errichtet worden. Nach mehreren Ortswechseln und fast vollständiger Zerstörung hat das barocke Tor nun wieder einen repräsentativen Platz am Domplatz. Hier überspannt es den Fußweg vom Kloster zum Dom. "Dass wir so weit gekommen sind, haben wir ganz vielen Helfern und Sponsoren zu verdanken. Besonders auch der Firma Schuster, die viele Arbeitsleistungen übernommen hat oder in Vorleistung gegangen ist."

Nach dem letzten Volksstimme-Bericht vom 5. Mai waren noch einmal wichtige Spenden eingegangen. So hatten sich eine Magdeburgerin, die nach Hamburg gezogen ist, und ihr Bräutigam entschlossen, mit ihrer Hochzeit Spenden fürs Sterntor zu sammeln. Stand gestern: 3660 Euro. Eine weitere Spenderin avisierte 5000 Euro. Und am 20. Juni bietet die Firma Schuster beim Tag der offenen Tür von 9 bis 13 Uhr noch einmal Schmuckelemente barocker Gebäude und Ähnliches an. Auch der Erlös soll wieder in den Spendentopf für das Sterntor fließen.

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