Werder l Der Hochwasserschutz für den Werder nimmt immer konkretere Formen an. Den Bauarbeitern in der Zollstraße wird dabei von den Anwohnern gründlich auf die Finger geschaut. Kaum ruhen die Arbeiten, klingelt das Volksstimme-Lesertelefon. "Ich bin wirklich besorgt darüber, wie zäh sich der Bau entwickelt", berichtet eine Anwohnerin, "Das geht alles viel zu langsam. Während es bei anderen Baustellen zugeht wie auf einem Ameisenhügel, sieht man hier immer nur wenige Arbeiter auf der Baustelle."

Die Bauarbeiten an der Hochwasserschutzwand in der Zollstraße ruhen nicht, heißt es unterdessen aus der Stadtverwaltung. "Wie bekannt ist, haben uns die während der Bauarbeiten vorgefundenen Fundamente im Bereich der zu rammenden Spundwand dazu gezwungen, den Ablauf der Bauarbeiten in einem Teilbereich zu ändern", erklärt Rathaussprecherin Kerstin Kinszorra auf Nachfrage der Volksstimme. Im Mai wurden an der vorhandenen Elbmauer in einer Tiefe von ca. 3 Meter bis zu 1,5 Meter herausragende alte Fundamente festgestellt. Durch diese Fundamente können die Spundwände nicht eingebracht werden. Es war erforderlich, weitere Informationen über die im Erdbereich befindlichen Rammhindernisse zu erlangen. Das ist durch mehrere Ausschachtungen geschehen. Jetzt wurde eine technische Lösung gefunden. "Die Spundwand wird in dem mittleren Bereich teilweise etwas flacher in den Boden gerammt und mit Ankern befestigt", erklärt Kerstin Kinszorra den Ablauf. Die exakten Abmessungen und Ankerlagen werden zurzeit statisch berechnet, überprüft und im Zusammenwirken mit der vor Ort tätigen Baufirma hinsichtlich der baulichen Umsetzung vereinbart.

"Diese Verzögerungen in einem Teilbereich der Baustelle Zollstraße haben aber nicht dazu geführt, dass ein umfangreicher Baustillstand erfolgte", erklärt die Rathaussprecherin. Die Arbeiten gehen planmäßig voran. Im südlichen Bereich sind nunmehr die Verstärkungen für die neue Schutzwand in Arbeit.

Im nördlichen Bereich sind die letzten Abbrucharbeiten im Gange, und ab dieser Woche wird dort der noch fehlende Bereich der Spundwand gerammt werden. Aus Richtung Süden erfolgt zeitgleich die weitere Betonage der Hochwasserschutzwand.