Magdeburg l Magdeburg ist nicht nur Ottostadt, sondern auch eine Stadt der Hunde. Daran lässt die jüngste Analyse des Amtes für Statistik von Ende März dieses Jahres keinen Zweifel. Gefüttert wurde sie aus Daten des Stadtsteueramtes. Was zugleich bedeutet, dass im jüngsten "Hundeatlas" nur die brav ihre Hundesteuer zahlenden Elbestädter erfasst sind. Die Dunkelziffer, also die tatsächliche Zahl der Hunde im Stadtgebiet, dürfte Schätzungen zufolge noch mindestens 11 bis 13 Prozent höher liegen. Das ergibt sich aus Kontrollen der letzten Jahre.

Doch allein schon der Blick auf die sauber erfassten Hunde lohnt und lässt vor allem eine Tendenz erkennen: Die Magdeburger legen sich immer häufiger Vierbeiner, insbesondere Hunde, zu. Wobei die Statistik hier nicht nach Rassen unterscheidet. Rein mengenmäßig betrachtet tummeln sich in Stadtfeld-Ost die meisten Hunde. Die absolute Zahl der Tiere beträgt hier 815 (Stand Ende März 2015). Davon werden die meisten Vierbeiner (675) als Ersthunde, 41 als Zweithunde und drei weitere als Dritthunde in den Haushalten geführt. Es folgen von der größten Anzahl her Sudenburg mit 783 Hunden sowie Ottersleben und Neu-Olvenstedt gleichauf mit 649 Hunden.

Starke Unterschiede

In Bezug gesetzt zur Zahl der Einwohner kommen in der Altstadt auf 53 Einwohner 1 Hund, in der Alten Neustadt auf 33 Einwohner 1 Hund, in Cracau auf 21 Einwohner 1 Hund, in Westerhüsen auf 14 Einwohner 1 Hund und in Neue Neustadt auf 24 Einwohner 1 Hund.

Die "Hundedichte" lässt sich auch gut an unserer Karte ablesen. Hier wird die Anzahl der Hunde bezogen auf die Haushalte deutlich. Und die ist besonders hoch im Doppeldorf Beyendorf-Sohlen - dunkelrot in der Grafik. Das heißt, hier kommen auf 100 Haushalte 25 und mehr Hunde. Knapp dahinter folgt schon der ebenfalls ländliche Bereich von Randau-Calenberge mit 20 bis 25 Hunden pro 100 Haushalte sowie die Berliner Chaussee im Osten der Stadt, wo ebenfalls hinter 100 Haushalten 20 bis 25 Hunde stehen. Dagegen haben in der Mitte (Altstadt/Alte Neustadt/Werder) relativ wenige Haushalte einen "liebsten Freund mit vier Pfoten": Hier sind es bei 100 Haushalten gerade mal 1 bis 5 Hunde.

Unterm Strich aber legt in Magdeburg die Zahl der Hunde und auch Hundebesitzer weiter zu, so die Analyse im ersten Statistischen Quartalsbericht für 2015. Demnach lebten Ende März 10 792 Piffis & Co. an der Elbe. Und die aktuellsten Zahlen: Bis Dienstag (28. Juli) waren es laut Rathaussprecher Michael Reif sogar schon 11 086 Hunde. Das sind 564 mehr als noch Ende 2013. Die Zahl der Hundebesitzer stieg bis Ende März um 195 auf 10 262. Steigend auch die Zahl der Hundebesitzer mit zwei bzw. mehreren Hunden. Ihre Zahl stieg um 75 auf 530 und liegt somit bei inzwischen 5,2 Prozent.

Steuer schreckt nicht ab

Die Hundesteuer schreckt diese Tierfreunde offenbar nicht ab. In Magdeburg werden jährlich für den Ersthund 96 Euro fällig, für den Zweithund sind es 144 Euro und 192 Euro für jeden weiteren Hund. Die Ordnungshüter kontrollieren in regelmäßigen Abständen die Steuermarken. Bei mehr als 500 Kontrollen im letzten Jahr waren 13,4 Prozent der Hundehalter erwischt worden, die ihre Vierbeiner nicht angemeldet hatten. 80 Euro Bußgeld werden jeweils fällig. Das Ergebnis deckte sich mit ähnlichen Zahlen aus den Vorjahren. Im ersten Halbjahr dieses Jahres gab es 107 Hundesteuerkontrollen. "Hier wurden zwölf Verstöße festgestellt", so Sprecher Reif. Dies entspricht einer Dunkelziffer von 11 Prozent.