Am nördlichen Stadtrand baut eine Investorengruppe für über 30 Millionen Euro eine Pelletfabrik. Sie soll bereits Mitte kommenden Jahres Brennmaterial für industrielle Energie- und Wärmeerzeuger produzieren. Ein Investorentrio zeichnet für das Projekt verantwortlich.

Rothensee l Die Pelletfabrik entsteht im Gewerbepark Mittelelbe unmittelbar am Glindenberger Weg. Dort ist bereits der Energieerzeuger für das neue Werk emporgewachsen. "Wir bauen gerade das Biomasse-Kraftwerk, das die komplette Strom- und Wärmeerzeugung für das Pelletwerk übernehmen wird", erklärte Jelto Papendieck. Der Investor repräsentiert die Firma Krafttec mit Hauptsitz in Braunschweig. In das Gesamtprojekt werden über 33 Millionen Euro investiert.

Pelletfabrik und Energieerzeuger (14 Megawatt) werden etwa Mitte 2012 in Betrieb gehen, sagte Papendieck der Volksstimme. Das Kraftwerk wird etwas östlich versetzt vom späteren Pelletwerk errichtet. Sechs Silos von 25 Metern Höhe werden künftig das Bild am Glindenberger Weg nahe der A2 prägen. Auf dem Gelände befand sich zu DDR-Zeiten das Plattenwerk für den Wohnungsbau.

Zum Investorentrio gehören außer der Crafttec GmbH der Berliner Geschäftsmann Michael Weise und die auch in Magdeburg tätige Firma Block Entsorgung GmbH. Jürgen Block hat die Investition in Magdeburg angeschoben. Neu geschaffen werden mit der neuen Industrieanlage etwa 30 Dauerarbeitsplätze, kündigte Jelto Papendieck an. Schon jetzt werden erste Einstellungsgespräche geführt. Eingebunden in den Bau der Anlage sind Magdeburger Unternehmen einschließlich Planungsbüros. Das Energieunternehmen Getec AG Magdeburg stattet das Biomassekraftwerk mit modernen Anlagen aus.

Die in der Pelletanlage produzierten Energieträger bestehen vor allem aus Holz. Das Unternehmen will sie deutschlandweit vermarkten. Geplanter Produktionsausstoß: 50 000 Tonnen/Jahr in der ersten Phase, möglich sind 90 000 Tonnen. Potenzielle Kunden seien RWE und Vattenfall. Sie hätten Interesse geäußert, sagte Papendieck. Die Pellets werden zur Befeuerung von Kraftwerken genutzt, reduzieren den Kohleeinsatz. Sie liefern 50 Prozent der Energie von Erdöl oder Gas und senken den C02-Ausstoß.

Oberbürgermeister Lutz Trümper begrüßt die Investition in Rothensee. Jeder einzelne Arbeitsplatz mehr trage zur Erhöhung der Attraktivität Magdeburgs bei, sagte er gestern.

Mit dem Projekt am Glindenberger Weg wird Magdeburg den Ruf als Modellstadt der Anwendung regenerativer Energien weiter ausbauen. Im Industriegebiet Rothensee hat sich mit Enercon schon vor Jahren ein ganz Großer dieses Zweigs etabliert. Das Unternehmen hält über 3000 Arbeitsplätze mit der Produktion von Windkraftanlagen in der Landeshauptstadt vor.

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