NeustädterSee l Nach dem schweren Zusammenstoß zwischen einer Straßenbahn und einem Pkw Alfa Romeo am Montagabend konnte zumindest der Straßenbahnfahrer (nach Schock) das Krankenhaus wieder verlassen. Die 46-jährige Fahrerin befindet sich noch in stationärer Behandlung. Sie hatte offenbar noch Glück, da sie noch ansprechbar war, als die Rettungskräfte sie aus dem völlig zerstörten Auto befreiten.

Inzwischen stellte sich heraus, dass sich der entstandene Schaden auf rund 80000 Euro beläuft. Allein die MVB geben den Schaden an der Straßenbahn mit rund 50000 Euro an. "Auch der Mast muss noch ausgetauscht werden. Auch hier kann man noch einmal mit mehreren tausend Euro Schadensbilanz rechnen", erklärte gestern MVB-Betriebsleiter Pitt Friedrichs.

Der Mast war erst vor einigen Monaten nach dem schweren Unfall im August dieses Jahres erneuert worden. Damals hatte es bei einem ähnlichen Zusammenstoß zwischen einer Straßenbahn und einem Lkw neun Verletzte gegeben.

Während der Unfallaufnahme war die Strecke der Straßenbahn bis zur Endstelle Kannenstieg bis etwa 20.45 Uhr voll gesperrt. Die Bahnen mussten aus diesem Grund über die Wendeschleife Neustädter See umgeleitet werden. Schienenersatzverkehr wurde mit Bussen der Linie 69 und 71 gefahren. Zurzeit ist die Strecke eine "Langsamfahrstelle" bis der Mast ausgetauscht werden kann.

Nach den Angaben der Polizei hatte die 46-jährige Autofahrerin den Ring, wie andere offenbar auch, wegen einer Sperrung der Fahrbahn verlassen müssen. Dort war es zu einem Auffahrunfall gekommen, nach dem die Feuerwehr eine Dieselspur beseitigen musste. Statt an der Stelle wie vorgeschrieben abzubiegen, fuhr die Frau verbotswidrig geradeaus weiter. Dabei beachtete sie die aus Richtung Stadt kommende Bahn nicht, wobei es zu dem Zusammenstoß kam.

Da dies bereits der zweite schwere Unfall in kurzer Zeit an der Stelle ist, wollen Vertreter der Straßenverkehrsbehörde, des Tiefbauamts, der Polizei und MVB-Mitarbeiter sich an einen Tisch setzen und über Möglichkeiten einer Entschärfung der Kreuzung beraten. "Wir haben bereits größere Signalgeber und erst vor kurzer Zeit ein Drängelgitter für den Radweg angebracht. Jetzt müssen wir überlegen, was man noch tun kann, um die Situation zu entschärfen", so Friedrichs.

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