Sie haben dem Löwen einen Zahn gezogen, beim Tiger einen Kaiserschnitt praktiziert, auch den Zoo-Orang-Utan behandelt. Vor allem haben sie unzähligen Kleintieren die Krankheit genommen, dafür deren Haltern ein Stück Lebensfreude wiedergebracht: Margarethe Neumann und Klaus Kutschmann, beide promovierte Tierärzte, gehören zum Urgestein der Magdeburger Kleintierklinik.

Gestern begingen die beiden Doktoren gemeinsam mit den Mitstreitern den 40. Geburtstag der Klinik. Die Einrichtung an der Ebendorfer Straße wurde am 13. Dezember 1971 eröffnet.

Davor war es Klaus Kutschmann, frisch gebackener Veterinär, der auf dem Abrissgrundstück das Abenteuer zu bestehen hatte, eine Kleintierklinik aufzubauen. Margarethe Neumann gehörte zu seinen ersten Mitstreiterinnen, zunächst als technische Assistentin.

Später ging sie zum Studium nach Leipzig, kam nach fünf Jahren als Veterinärmedizinerin zurück.

Die Klinik wurde im Laufe der Jahre erste Adresse bei Kleintierhaltern weit über die Grenzen der Stadt hinaus.

Nach der Wende wurde die Klinik eine GbR, Klaus Kutschmann und Margarethe Neumann übernahmen die Geschäfte. Es wurde in moderne apparative Ausstattung investiert. Die äußeren Bedingungen änderten sich. Gab es vorher kaum Tierärzte, die sich mit Kleintieren beschäftigten, wuchs ab den 90er Jahren eine große Konkurrenz heran, sagte Margarethe Neumann.

Ständige Qualifizierung und neue Angebote, so eine Tierphysiologische Praxis, waren die Antwort. Und ein festes, engagiertes Team. Mit Ines Stenzel-Meyer und OP-Schwester Nadine Jobs zum Beispiel.

Um die 100 tierische Patienten wurden in den 40 Jahren jeden Tag behandelt. Gut eine Million Tiere, sagte Dr. Neumann. Sie hat sich auf den chirurgischen Bereich spezialisiert. Der Storchenhof Loburg wird noch immer von der Ebendorfer Straße aus betreut.

Klaus Kutschmann, der unermüdliche Motor der Klinik, ging 2005 in den Ruhestand. Seine Rolle in der Geschäftsführung übernahmDr. Jana Leppelt. Der Klinikgründer selbst ist weithin bekannt in Magdeburg als gewählter Stadtrat für den Bund für Magdeburg. Er engagiert sich vielfach für den Erhalt historischer Gebäude. Im Berufsverband ist er gleichfalls ehrenamtlich aktiv.

Inzwischen die "70" erreicht, hält sich der ehemalige talentierte Amateurboxer im Fitness-Studio körperlich in Schwung. Auch für den Beruf, den er liebt: Kutschmann lässt es sich nicht nehmen, als freier Mitarbeiter regelmäßig für die vierbeinigen Patienten da zu sein.(ka)