Im kommenden Jahr sinkt in Magdeburg der Kubikmeterpreis für Niederschlags-Abwasser. Der Grund dafür ist die Zunahme von versiegelten Bodenflächen in der Landeshauptstadt.

Magdeburg l Abwasser ist nicht gleich Abwasser. Unterschieden wird zwischen Schmutzwasser und Niederschlags- oder Grundwasser. Schmutzwasser ist das durch Haushalte, Industrie oder Dienstleistungsgewerbe verunreinigte Trinkwasser. Dafür bleibt der Preis gleich.

Anders beim Niederschlagswasser. Dafür soll im kommenden Jahr der Preis pro Kubikmeter sinken, von 1,24 Euro auf 1,20 Euro (brutto). Betroffen davon sind rund 12 700 Kunden der Abwassergesellschaft Magdeburg (AMG), ein Tochterunternehmen der SWM.

Warum der Preis für Niederschlagswasser sinken kann, erklärt Udo Fellinger, Geschäftsführer der AMG. Und muss dabei etwas "ausholen".

Niederschlagswasser sei das Wasser, das durch Regen oder Schnee auf Grundstücken anfalle und in die Kanalisation eingeleitet werden müsse, damit die Grundstücke entwässert werden können. "Dabei wird ein Grundwert an Niederschlag zugrunde gelegt", sagt Udo Fellinger. Der liege zurzeit bei 0,494 Kubikmeter Wasser pro Quadratmeter und Jahr versiegelter Fläche. Versiegelte Flächen seien all diejenigen, auf denen das Regenwasser nicht ins Erdreich versickern könne, Dächer, Parkplätze, Betonflächen usw. Hat ein Grundstück etwa 100 Quadratmeter versiegelte Fläche, beläuft sich die Niederschlagswassermenge auf 49,4 Kubikmeter Wasser pro Jahr, die in die Kanalisation fließen. Und dafür muss der Grundstückseigentümer pro Kubikmeter ab Januar 1,20 Euro bezahlen. Die tatsächliche Regenmenge, die pro Jahr auf ein Grundstück falle, werde nicht als Bemessungsgrundlage genommen. Diese Menge zu ermitteln, sei viel zu kompliziert, so der Geschäftsführer.

Und warum ist der Preis gesunken? "Nicht, weil vielleicht weniger oder mehr Regen gefallen ist, sondern weil in Magdeburg die Menge an versiegelter Fläche deutlich zugenommen hat", sagt Udo Fellinger.

Mehr versiegelte Fläche bedeute mehr Regenwasser, das durch diese "aufgefangen" werde, in die Kanalisation und damit in die Kläranlage in Gerwisch fließe. Steige die aufzubereitende Wassermenge in einer Kläranlage, erhöhe sich deren Auslastung und Effektivität. Einen Teil dieses wirtschaftlichen Vorteils müsse der Betreiber eines Klärwerks an seine Kunden weitergeben. "Darum jetzt die Preissenkung", sagt Udo Fellinger. Die gelte auch für die sogenannten Direkteinleiter.

Das seien Magdeburgs Umlandkommunen, die ihre Abwässer in die AMG-Kläranlage in Gerwisch einleiten. Für diese sinkt der Kubikmeter-Preis um 2 Eurocent ab kommenden Januar.