Nach der Polizeipanne, bei der ein betrogener Fahrradhändler mehrere Tage lang auf dem Ausweis des Täters sitzen blieb, ist nun auch das unterschlagene Rad wieder aufgetaucht. Der Dieb hatte es am Donnerstag im Revier abgegeben.

Magdeburg l Für den Sudenburger Fahrradhändler Toralf Baumgarten ist es ein Happy End: Er durfte gestern sein am 5. Dezember gestohlenes Fahrrad im Revierkommissariat in der Haeckelstraße abholen. Der Dieb selbst hat das Rad freiwillig bei der Polizei abgegeben, nachdem er es nach der Unterschlagung bei dem Fahrradhändler angeblich schon wieder weiterverkauft hatte.

Was war passiert? Der 28-jährige Dieb hatte an jenem 5. Dezember eine Probefahrt beim Fahrradhändler Toralf Baumgarten mit einem rund 550 Euro teuren Rad unternommen. Als der junge Mann nach 25 Minuten noch immer nicht zurückkehrte, hatte der Händler die Polizei angerufen und dabei auch mitgeteilt, dass der Täter seinen Ausweis zurückgelassen hatte. Die Beamten empfahlen am Notruftelefon eine Anzeige per Internet zu erstatten, wenn er keine Zeit habe aufs Revier zu kommen.

Doch auf dem Ausweis des Täters blieb der Händler sitzen. Erst nachdem er nach einem weiteren Anruf im Revier dann drei Tage später selbst die Polizei aufsuchte und den Ausweis abgab, nahmen die Beamten seine Angaben vollständig auf. Als die Volksstimme am Donnerstag, 8. Dezember, eine Anfrage zum geschilderten Sachverhalt stellte, kam Bewegung in die Sache. Über Nacht wurde der Fall gelöst. Die Kripo überprüfte mehrere Adressen des einschlägig bekannten Verdächtigen und traf ihn auch an. Er gab die Unterschlagung zu, erklärte aber, dass er das Fahrrad bereits weiterverkauft habe. Der Fall wurde an die Staatsanwaltschaft übergeben. Nur das Fahrrad blieb verschollen. Bis zum Donnerstag dieser Woche. "Ich bin dankbar, dass sich am Ende alles noch zum Guten gewendet hat", erklärte er gestern der Volksstimme.

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