Die Stadt hat Probleme, den Unternehmen in Magdeburg die Otto-Dachmarke schmackhaft zu machen, jedenfalls was das Sponsoring betrifft. Das geht jetzt aus einer Stellungnahme des Wirtschaftsdezernats hervor.

Magdeburg l Otto sucht Sponsoren und findet kaum welche! So könnte man die Bilanz der Sponsorensuche des Wirtschaftsdezernats für das ausklingende Jahr 2011 überschreiben. Der Ausschuss für Rechnungsprüfung und Beteiligungscontrolling des Stadtrats wollte vom Dezernat wissen, was im Rahmen der Otto-Kampagne getan wurde und wird, um Sponsoren aus der Wirtschaft für Magdeburgs neue Dachmarke zu finden. Die Zahlen, die Wirtschaftsbeigeordneter Rainer Nitsche in einer Stellungnahme vorlegt, sind ernüchternd: 2010 konnten von der Stadt 75463 Euro Sponsorengelder für die Kampagne eingeworben werden, für das Jahr 2011 werden es nur 9950 Euro sein. Beim Start der Otto-Kampagne hatte man mit deutlich über 100000 Euro Sponsorengeldern pro Jahr gerechnet. Warum das so ist, kann sich das Dezernat erst einmal nicht erklären.

Das Wirtschaftsdezernat habe seit Beginn der Dachmarkenkampagne Ottostadt Magdeburg steten Kontakt zur Wirtschaft gehalten, um finanzielle Unterstützung für die Kampagne zu bekommen, so Nitsche. Schon vor dem offiziellen Start der Kampagne wurde in einem Workshop, zu dem 30 bedeutende Unternehmen der Stadt eingeladen worden waren und an dem 14 Unternehmen teilnahmen, über die Ausgestaltung der Kampagne diskutiert und darum geworben, private Mittel in die Finanzierung der Kampagne einzubringen. Schon in diesem frühen Stadium habe das Dezernat in individuellen Gesprächen mit einer Vielzahl von Unternehmen die Kampagne vorgestellt und die Gesprächspartner um Sponsorings gebeten. Weiterhin wurde im März 2010 in einem Schreiben an die teilnehmenden Partner der Auftaktveranstaltung der Dachmarkenkampagne um die Unterstützung gebeten. Das Schreiben sei an 176 Adressen verschickt worden. "Leider war die Resonanz der Unternehmen auf die erbetene Einbringung von Sponsoringmitteln nicht ausreichend", so der Wirtschaftsbeigeordnete.

In diesem Jahr habe das Dezernat in individuellen Sponsoringgesprächen mit rund 30 Unternehmen die Dachmarke Ottostadt Magdeburg vorgestellt und um erneut Sponsoringunterstützung gebeten. Im April fand in der "Sichtbar" ein "Botschafterfrühstück" statt. Von den 60 angeschriebenen Partnern hatten insgesamt 31 zugesagt. Auch habe man wieder rund 190 Unternehmen angeschrieben und um Unterstützung gebeten.

Im Mittelpunkt der Dachmarken-Kampagne im kommenden Jahre 2012 stehe das Projekt "otto reitet". Dazu habe das Dezernat Wirtschaft noch einmal etwa 20 große Unternehmen der Stadt auf eine finanzielle Unterstützung des Projekts hin angesprochen. Neben persönlichen Gesprächen und Telefonaten fanden auch zwei Projektvorstellungen vor insgesamt 15 Unternehmensvertretern im Oktober und November statt. Daneben seien 30 überregionale Unternehmen entsprechend angesprochen worden. Eine endgültige Reaktion der angesprochenen Partner steht derzeit zum Teil noch aus.