Gleich zweimal in sieben Monaten ist in der Nacht zu gestern ein Eiswagen vor dem Bistro am Pechauer Platz in Flammen aufgegangen. Der Wagen wurde völlig zerstört. Er war nach ersten Erkenntnissen der Polizei erst aufgebrochen und dann angezündet worden.

Cracau l Erst im Frühjahr dieses Jahres hat der 45-jährige Sven Eisenhuth die Tradition eines Bistros auf dem Pechauer Platz übernommen. Er wollte für das Wohngebiet "etwas losmachen", vor allem zu den Feiertagen - doch noch bevor es richtig losging, brannte "Zottels" Eis- und Getränkewagen vor dem Bistro in der Nacht zum 19. Mai das erste Mal. Drei Jugendliche aus der Umgebung hatten damals die Verkaufsklappe aufgehebelt und den Wagen mit Kunststoffbechern auf dem Elektroherd in Brand setzen wollen. Das Vorhaben gelang zwar nicht ganz, doch der Schaden belief sich dennoch auf rund 20000 Euro. "Der Fall wurde als aufgeklärt abgeschlossen und im Oktober dieses Jahres an die Staatsanwaltschaft übergeben", erklärte gestern Polizeisprecher Andreas von Koß der Volksstimme.

Sven Eisenhuth hat hingegen nie wieder etwas vom Ausgang des Verfahrens gehört. "Das kann man doch vergessen, man fühlt sich einfach nur in Stich gelassen", sagt er.

Bis zur Nacht zum gestrigen Montag hatte "Zottel", so der Spitzname des Bistro-Betreibers und Sängers der Rockband "Born in Born", die Sache schon wieder vergessen.

Doch kurz vor drei Uhr klingelte sein Telefon und plötzlich kam alles wieder hoch, als er sah, wie die Feuerwehr die Reste ablöschte. Alles lag in Schutt und Asche. Die Kripo nahm umgehend die Ermittlungen auf, sicherte Spuren und stellte schnell fest, dass ein technischer Defekt ausgeschlossen ist.

"Der Wagen war bereits im Winter-Modus und entsprechend stromlos geschaltet und alle wichtigen Sachen leer geräumt", erklärt Sven Eisenhuth. Als sich dann weiter herausstellte, dass Unbekannte die Abdeckung aufgehebelt hatten und innen das Feuer gelegt wurde, erinnerte er sich sehr stark an den Brand im Mai. Auch dieses Mal wird der Brandschaden auf rund 20000 Euro geschätzt.

"Es kümmert sich ja niemand, wenn die Jugendlichen hier auf dem Platz mit den Autos herumfahren und wilde Sau spielen. Ob wir nun die Polizei rufen oder nicht. Es ändert sich sowieso an der Situation nichts", erzählt "Zottel", der übrigens seinen Spitznamen wegen seiner langen Haare hat. Tatsächlich ist die von ihm angesprochene Jugendgruppe auf dem Pechauer Platz auch auf der Liste mit den 34 beobachteten Treffs zu finden. Die Stadtordner rechnen die 12- bis 18-Jährigen keiner bestimmten Szene zu. Sie sollen aus dem Wohnumfeld kommen.

Sven Eisenhuth ist bei allem Unglück heilfroh darüber, dass das Feuer rechtzeitig entdeckt wurde und nicht auf das nebenstehende Bistro übergegriffen hat. Eine 79-jährige Anwohnerin alarmierte die Polizei. Sie sagte später der Volksstimme: "Ich habe mir etwas zu trinken aus dem Kühlschrank holen wollen und da habe ich die Flammen gesehen." Flüchten sah sie aber niemanden.

Die Polizei bittet Zeugen, die auffällige Personen in der Nacht zum Montag im Bereich des Pechauer Platzes gesehen haben, sich unter Telefon 5462396 zu melden

 

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